unterstützt von
Buchhandlung Rombach, Freiburg
     
Veranstaltungen
Junges Literaturbüro
Writer in Residence
Verein
Service
Presse
Kontakt

Chilli, Juni 2016 | Literatur


Illustration © Andreas Töpfer

SEISMOGRAPHEN DER GLOBALISIERUNG

PREMIERE: FAHRTENSCHREIBER-FESTIVAL IN FREIBURG

 

 

von Erika Weisser

 

 

Freiburg hat ein neues Festival, ein kleines Literatur-Festival, das auf den Namen "Fahrtenschreiber" hört. Zehn Autoren mit ausgeprägter Reiseerfahrung reisen am 8. un 9. Juli an und lesen im Alten Wiehrebahnhof und im Theater im Marienbad. Veranstalter sind das Freiburger Literaturbüro und das Deutsche Seminar der Universität. In einem ziemlich prallen Programm begegnen sich Autoren und Übersetzer, Wissenschaftler und Publizisten, Studierende und Interessierte, die miteinander über das Schreiben in einer globalisierten Welt ins Gespräch kommen wollen. Und sicher auch mit dem Publikum.

 

Fahrtenschreiber? Ist das nicht das Gerät, das fein säuberlich sämtliche Lenk- und Ruhezeiten, Um- und Abwege, Geschwindigkeiten und außergewöhnlichen Vorkommnisse aufzeichnet? – "Ja", sagt Martin Bruch, der Leiter des Literaturbüros: So wie ein Fahrtenschreiber "jede Bewegung ganz genau registriert", so sei genaue Beobachtung, exakte Wahrnehmung die Grundlage jeglichen Schreibens, unabhängig davon, wie kreativ die Interpretatin oder wie poetisch die Verdichtung des Erlebten ausfalle.

Fahrtenschreiber können also auch Menscen sein, die genau beobachtend unerwegs sind und ihre persönlichen Schlüsse aus ungewöhnlichen Erlebnissen oder der Begegnung mit anderen Menschen, unbekannten Landschaften, neuen Geschichten oder fremd anmutenden Gefühlen aufschreiben. Und zehn solche interkulturellen Fahrtenschreiber sind beim Freiburger Festival zu Gast: Autoren, die mindestens eins gemein haben: Sie haben schon viele Wege zurückgelegt, sind aus verschiedenen Teilen der Welt in verschiedene andere Teile gezogen, leben – und schreiben – mit, in und zwischen mehreren Sprachen. Unter ihnen sind etwa Angelika Overath, Ilma Rakusa, Shida Bazyar und Arthur Becker. Unter ihnen ist auch der "andalusische Schwarzwälder" José F. A. Oliver aus Hausach, zu dessen frühen lyrischen Arbeiten ein Gedicht namens "Fahrtenschreiber" gehört. Er wird sich mit der Madrider Germanistin Ana Ruiz über interkulturelle Literatur unterhalten, wobei sein eigenes, von der poetischen Auseinandersetzung mit verschiedenen Sprachen und Kulturen geprägtes Werk viel Raum einnehmen wird. Er wird auch aus seinem neuen Buch lesen: "21 Gedichte aus Istanbul 4 Briefe & 10 Fotow:orte".

Der vielseitige Dichter tritt dabei nicht nur als Autor, sondern auch als Mitgestalter des vom Literatursommer Baden-Württemberg geförderten Festivals in Erscheinung. In einer Poetik-Schreibwerkstatt hat Oliver mit 25 Studierenden Skizzen, Gedichte und Prosaminiaturen um die Begriffe Herkunft, Ankunft und Zukunft erarbeitet – und dabei Räume geschaffen, in denen "die Poesie, die jeder Mensch in sich trägt, freigelassen werden kann."

Die hier entstandenen Texte werden in einer szenischen Lesung mit Schauspielern und dem algerischenTänzer Salim Ben Mammar präsentiert. Bevor das Vestival danach mit einem Fest ausklingt, gibt es noch eine "Ohrfeige": Abbas Khider liest aus seinem so betitelten Bich, das in diesem Frühjahr für viel Aufsehen sorgte.

 

________________________

INFO

 

Fahrtenschreiber – Festival für Liteatur einer globalisierten Welt.

8. und 9. Juli 2016

Literaturbüro Freiburg, Urachstr. 40 (Alter Wiehrebahnhof)

Theater im Marienbad, Marienstr. 4

 

Infos & Programm:

 

www.fahrtenschreiber-festival.com


© 2005 beebox