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Chilli, 05. September 2014



 

Freiburger Literaturhaus zieht in die Alte Universität

 

Das Literaturhaus bekommt einen neuen Standort. Da sich der Umbau des Universitätsgebäudes in der Werthmannstraße wegen brandschutzrechtlicher Anforderungen verzögert, haben Stadtverwaltung und Universität eine Alternative gesucht und gefunden: die Alte Uni in der Bertoldstraße.

 

Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer und Bürgermeister Ulrich von Kirchbach unterzeichnen einen „Letter of Intent“, der besagt, dass Freiburg ein Literaturhaus bekommt. Nein, das ist keine Nachricht, die das chilli aus dem Jahr 2008 wieder hervorgekramt hat, sondern ein Ereignis bei einer Pressekonferenz am 11. August 2014.

 

Der Brief zeigt, wie schwer manche guten Vorsätze umzusetzen sind: Bereits vor sechs Jahren hat der Gemeinderat beschlossen, in Freiburg ein Literaturhaus zu unterstützen, im Mai 2012 fällt die Entscheidung für das Universitätsgebäude in der Werthmannstraße, im April 2013 gibt die Uni grünes Licht. Doch der Brandschutz vereitelt die Pläne – Mehrkosten und eine zeitliche Verzögerung von zwei Jahren lassen die Suche nach einem Standort von Neuem beginnen, der sich dann in der Alten Uni findet.

 

Die zentrumsnahen Räumlichkeiten würden genau dem entsprechen, was das Literaturbüro gesucht hat: vier bis sechs Büro- räume inklusive eines Gruppenarbeitsraums und ein Theatersaal für Veranstaltungen, der bis zu 150 Menschen fasst. Da hier keine größeren Umbauten nötig seien und der Saal erst vor sechs Jahren renoviert worden ist, wären auch die Investitionskosten niedriger als in der Werthmannstraße – wo einst mit Kosten von 1,2 Millionen Euro gerechnet wurde.

 

Man könnte sich nun fragen, warum diese steuergeldschonende Alternative erst jetzt ins Gespräch kommt. Man könnte sich auch fragen, ob der Brandschutz tatsächlich Umbauarbeiten um zwei ganze Jahre verlängern kann. Und man könnte sich fragen, ob sich für die studentischen Gruppen, die hier momentan proben und auftreten, die Situation durch einen Umzug auf andere Bühnen tatsächlich verbessert, wie Rektor Schiewer verspricht. Christina Schwenk vom Freiburger Interessenverbund für Studentisches Theater ist skeptisch: „Wir wurden davon nicht in Kenntnis gesetzt und auch nicht gefragt. Natürlich wird uns das einschränken.“

 

Doch statt sich mit Fragen aufzuhalten, zeigen die Verantwortlichen vor allem Begeisterung. Schiewer ist begeistert, Literaturbüroleiter Martin Bruch auch, von Kirchbach sowieso und selbst der gerade im Allgäu urlaubende Oberbürgermeister Dieter Salomon lässt seine Begeisterung ausrichten. Die Alternative sei nämlich viel besser. Selbst der Zeitplan würde eingehalten: Wie einst angekündigt, soll das Literaturhaus Ende 2015 eröffnet werden. Bleibt zu hoffen, dass dieser schweren, dann sieben Jahre dauernden Geburt auch wirklich nichts mehr im Weg steht.

 

Text & Foto: Tanja Bruckert

 


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