unterstützt von
Walthari - Die Buchhandlung in der Universität
     
Veranstaltungen
Tourneen & Festivals
Verein
Service
Unterstützung
Presse
Kontakt

Doppelnaht


Unsere Website zum Projekt

Ausgiebige Informationen und das detaillierte Programm finden sie auf der Projektseite: www.doppelnaht-briefwechsel.de


4. Oktober bis 8. November 2010


Doppelnaht** | Fünf Briefwechsel zur deutsch-deutschen Einheit

 

1989 besiegelte der Fall der Mauer das Ende der DDR und ebnete den Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands. Zwei grundsätzlich verschiedene Gesellschaftsmodelle trafen dabei aufeinander, und auch heute ist Deutschland in vielen Bereichen noch ein Land mit zwei Gesellschaften – mit einer »doppelten Nahtstelle«.

 

Anlässlich des 20. Jahrestages der Deutschen Einheit haben das Literaturbüro Freiburg und inter:est Kulturprojekte fünf Autorinnen und Autoren unterschiedlicher Generationen eingeladen, mit einem Partner ihrer Wahl einen literarischen Dialog über den Stand der Einheit und die gegenwärtige Situation im Land aufzunehmen. Ausgehend von den eigenen Lebensumständen, persönlichen Erfahrungen, Alltagsbeobachtungen und dem eigenen Schaffen reflektieren sie politische, gesellschaftliche und künstlerische Fragen. Auf einen Austausch eingelassen haben sich:

 

Kathrin Schmidt, Preisträgerin des Deutschen Buchpreises 2009, und die in Brandenburg lebende Autorin Ingeborg Arlt. Der diesjährige Georg-Büchner-Preisträger Reinhard Jirgl und der in Berlin lebende schwedische Autor Ulf Peter Hallberg. Andreas Maier, der mit seinem aktuellen Werk für den Deutschen Buchpreis 2010 nominiert war, und der Literaturkritiker und Autor Christoph Schröder. Die aus Österreich stammende Autorin Marlene Streeruwitz, zuletzt ausgezeichnet mit dem Droste-Preis, und die Schauspielerin und Regisseurin Gabriele Gysi sowie Feridun Zaimoglu, dem jüngst der Kulturpreis der Stadt Kiel zugesprochen wurde, und der Leipziger Autor Thomas Kunst.

 

 

Die Ergebnisse werden zusammen mit den beteiligten Autorinnen und Autoren in einer Veranstaltungsreihe in Hamburg, Freiburg, Rostock, Dresden und Berlin vorgestellt.


Programm

Literaturhaus Hamburg ** Mo, 04.10.10, 20.00 Uhr

Schwanenwik 38, 22087 Hamburg, www.literaturhaus-hamburg.de

Andreas Maier und Christoph Schröder

Moderation: Ina Hartwig

 

»Ich kann nichts darüber sagen, wie das Klima in Deutschland im Allgemeinen ist. Ich kann über das reden, was ich habe und Sie ganz offenbar nicht. Ich nenne es mein Deutschlandgefühl. Mit 1989 endete mein Deutschlandgefühl. Oder genauer: es schwand rapide. Die Welt wurde unübersichtlicher, schneller, riskanter. Manche mögen das. Für mich war es die Hölle, und das ist es auch geblieben seitdem.«

Christoph Schröder an Andreas Maier, August 2010

 

Eintritt: 10,00 / 8,00 / 6,00 Euro

 

 

Literaturbüro Freiburg ** Di, 05.10.10, 20.00 Uhr

Alter Wiehrebahnhof, Urachstraße 40, 79102 Freiburg, www.literaturbuero-freiburg.de

Feridun Zaimoglu und Thomas Kunst

Moderation: Insa Wilke

 

»Laß uns endlich eine Partei gründen, Feri-Baby, laß uns in diesem Land ganz von vorn anfangen, wir verzichten auf verspätete Heldenbiographien, wir verzichten auf Pensionsansprüche, auf die Freundschaft mit russischen Präsidenten, auf das westdeutsche Feuilleton mit seiner Vorliebe für die ostdeutsche Anbiederungsprosa, wir erlernen Fremdsprachen und internationale Trinkgewohnheiten, wir lassen Schiffsmechaniker einen Tag lang in den Hauptschulen Reden über die Parteizugehörigkeit der Meere halten, und wir rufen unseren Präsidenten aus, hier von diesem Dachboden in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein oder Sachsen.«

Thomas Kunst an Feridun Zaimoglu, 17.08.2010

 

Eintritt: 8,00 / 6,00 Euro

 

 

Heinrich-Böll-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern** Di, 19.10.10, 19.30 Uhr

Mühlenstrasse 9, 18055 Rostock, www.boell-mv.de

Eine Veranstaltung mit dem Literaturhaus Rostock

www.boell-mv.de

Marlene Streeruwitz und Gabriele Gysi

Moderation: Ina Hartwig

 

»Eines ist sicher, das Leben der Menschen wird nicht durch ihr ideologisches Verhältnis zum Staat beschrieben. Das Wichtigste für jeden Menschen, auch für die Bewohner der DDR, war nicht die Staatssicherheit, sondern das persönliche Glück. In Westdeutschland sollte das individuelle Glück das Glück der Allgemeinheit sichern, während in Ostdeutschland das Glück der Allgemeinheit das Glück des Einzelnen zur Folge haben sollte. Beides trifft leider nicht zu.«

Gabriele Gysi an Marlene Streeruwitz, 02.09.2010

 

Eintritt: 6,00 / 4,00 Euro

 

 

Heinrich-Böll-Stiftung Berlin ** Do, 21.10.10, 19.00 Uhr

Schumannstraße 8, 10117 Berlin, www.boell.de

Marlene Streeruwitz und Gabriele Gysi

Moderation: Ina Hartwig

 

»wie ist das mit der vergangenheit deines früheren landes? ich dachte bisher, daß der verlust einer vergangenheit so etwas wie die auslöschung sein müßte. alles in meiner katholisch grundierten kultur befürchtet einen solchen verlust wie eine amputation und verdrängt deshalb gleich von vorneherein. ich sehe aber nun, daß der betrug – und werden wir nicht immer betrogen in den geschichten unserer staaten – genau diesen verlust immer im sinn hatte.«

Marlene Streeruwitz an Gabriele Gysi, August 2010

 

Eintritt frei

 

 

KulturHaus Loschwitz Dresden ** Fr, 29.10.10, 20.00 Uhr

Friedrich-Wieck-Straße 6, 01326 Dresden, www.kulturhaus-loschwitz.de

Kathrin Schmidt und Ingeborg Arlt

Moderation: Renatus Deckert

 

»Den übermenschlichen Mut, den Bulgakow hatte, kann man aber nur aufbringen, wenn man sich über diesen Mut keine Rechenschaft ablegt, sich seiner vielleicht gar nicht bewusst wird. Sicher, das ist eine Spekulation, die sich auf meine eigenen Erfahrungen bezieht, in denen es auf meinen Mut ankam. In denen ich diesen Mut auch hatte, aber hinterher darüber staunte, wo er hergekommen war, denn ich hatte ihn nicht bestellt. Mir nicht auf die Fahnen geschrieben oder an die Brust geheftet.«

Kathrin Schmidt an Ingeborg Arlt, 13.07.2010

 

Eintritt: 8,00 / 6,00 Euro

 

 

Collegium Hungaricum Berlin ** Mo, 08.11.10, 20.00 Uhr

Dorotheenstraße 12, 10117 Berlin, www.hungaricum.de

Eine Veranstaltung mit dem Literarischen Colloquium Berlin

Reinhard Jirgl und Ulf Peter Hallberg

Moderation: Helmut Böttiger

 

»...nun steht das Ende des Winterschlafs bevor; es taut. Noch immer aber hänge ich ein bißchen an diesem schönen Winter. Denn der Umstand, daß weite Teile Europas von einer einheitlichen, großartigen Schneedecke überzogen waren, gab mir Anlaß zu grübeln, ob diese Version des vereinten Europas vielleicht die einzige, die wirkliche Einheit darstelle?«

Reinhard Jirgl an Ulf Peter Hallberg, 27.02.2010

 

Eintritt: 6,00 / 4,00 €


Veranstalter

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg und inter:est.


Partner und Förderer

Literarisches Colloquium Berlin im Collegium Hungaricum Berlin

Literaturhaus Hamburg

Literaturhaus Rostock

KulturHaus Loschwitz Dresden

Kommunales Kino Freiburg

 

Heinrich-Böll-Stiftung

Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

Heinrich-Böll-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern

umdenken Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg

Weiterdenken - Heinrich Böll Stiftung Sachsen

 

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz

Kulturamt der Stadt Freiburg

Schwedische Botschaft Berlin

Sparkasse Freiburg


© 2005 beebox