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Rückschau Dezember 2010


Donnerstag, 2. Dezember

HörBAR | Raskolnikov

 

In »Schuld und Sühne« erzählt Fjodor Dostojewski die Geschichte des Studenten Rodion Raskolnikov, der eine Pfandleiherin ermordet hat und sich, ohne des Verbrechens überfuhrt zu sein, zu seiner Tat bekennt. Doch »der Raskolnikov dieses Hörspiels ist nicht der Raskolnikov des Romans«, bemerkt Leopold Ahlsen zu seiner Hörspielbearbeitung. »Vor allem sind seine Motive nicht nur die des Buches. Hier wird dem Hörer eher ein 'Ausschnitt aus Dostojewski', als speziell eine Dramatisierung von ‚Schuld und Sühne’ vorgestellt. Ein solches synoptisches Verfahren kann hier angewendet werden, weil das Gesamtwerk dieses Dichters eine Einheit bildet wie sonst das keines anderen Autors der Weltliteratur.« Die Hörspielbearbeitung von Leopold Ahlsen mit Oskar Werner als Raskolnikov wurde 1962 vom Bayrischen Rundfunk in Koproduktion mit Hessischem Rundfunk und Südwestfunk produziert und wird am Do, den 2.12.10 in der HörBAR, einer Kooperation von Literaturbüro Freiburg, Kommunalem Kino und SWR2, präsentiert.

 

| Do 02.12. | 20.00 Uhr | HörBAR | Kinosaal | Eintritt: 5/4 € |


Freitag, 3. Dezember bis Sonntag, 5. Dezember

Festival

SCHREIBWAREN. Das Buch und seine Zukunft

 

Der Niedergang des Buches als gesellschaftliches Leitmedium wird bereits seit Jahrzehnten prophezeit. Schon als vor mehr als einem halben Jahrhundert Film und Fernsehen zu Massenmedien avancierten, drohte der Bedeutungsverlust des Buches. Dieses trotzte allem Medienwandel, steht heute jedoch vor neuen, großen Herausforderungen. Wie sieht die Zukunft des gedruckten Wortes aus? Ist das Ende des

Mediums Buch bzw. das ‚Sterben der gedruckten Presse‘ abzusehen, wie Kommunikationstheoretiker,

Marketingexperten und Verleger prophezeien? Ist tatsächlich eine Medienrevolution zu erwarten oder handelt es sich hier um parallele Medienentwicklungen, um ganz normale Bedeutungsverschiebungen? Vom 3. bis 5. Dezember treffen Verleger, Kritiker, Wissenschaftler, Journalisten, Literaturvermittler und Autoren im Alten Wiehrebahnhof in Freiburg aufeinander, um über die Zukunft des Buches zu diskutieren. Mit Thomas Meinecke, Melinda Nadj Abonji, Finn-Ole Heinrich, Jürgen Neffe, Rüdiger Wischenbart, Mercedes Bunz, Kathrin Passig, Michael Ross und Chris Meade und vielen weiteren spannenden Gästen. Programm, Anmeldung und weitere Informationen: www.schreibwaren-festival.de. Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg.

 

Fr 03.12. bis So 05.12. | Kinosaal |


Dienstag, 7. Dezember



50 JAHRE OuLiPo

Lesungen und Diskussionen

 

Am Anfang stand eine Verabredung zum Essen: Im November 1960 luden Raymond Queneau und François Le Lionnais befreundete Schriftsteller in ein Pariser Restaurant ein. Dies war die Geburtsstunde der Autorengruppe OuLiPo – »Ouvroir de Littérature Potentielle«, der Werkstatt für potentielle Literatur. Ihr Ziel: Spracherweiterung durch formale Zwänge, Revolution der Literatur durch spielerisch-mathematische Regeln. Zu den bekanntesten Autoren von OuLiPo gehören Italo Calvino, Oskar Pastior und Georges Perec.

Das 50. Jubiläum von OuLiPo feiern das Literaturbüro Freiburg, das Centre Culturel Français Freiburg und das Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg mit einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe im Dezember und Januar.

 

OuLiPo #1: Tobias Scheffel liest Georges Perec: Versuch, einen Platz in Paris zu erfassen

LESUNG UND FILM

 

Vom 18. bis 20. Oktober 1974 lässt sich Georges Perec zu unterschiedlichen Tageszeiten in den Cafés an der Place St. Sulpice nieder und notiert mit brennender Geduld, was im pulsierenden Durchgangsleben sonst gern übersehen wird. Er registriert, »was passiert, wenn nichts passiert außer Zeit, Menschen, Autos und Wolken«. Unermüdlich neugierig darauf, wie die Wahrnehmungsbilder sein Denken verändern. Eine Liebeserklärung an das Alltägliche.

 

Tobias Scheffel hat den Text erstmals aus dem Französischen übersetzt. Als Auftakt der Veranstaltungsreihe zum 50. Jubiläum von OuLiPo stellt Scheffel das Buch und seine Übersetzung vor. Anschließend wird der Dokumentarfilm Tentative d’épuisement d’un lieu parisien des französischen Regisseurs Jean-Christian Riff gezeigt. Riff hat Perecs Idee filmisch aufgegriffen und – 33 Jahre nach Perec – drei Tage lang die Geschehnisse rund um den Place St. Sulpice eingefangen, mit Perecs Text als Kommentar im Hintergrund.

Einführung und Moderation: Wolfgang Orlich (Universität Freiburg), Romanist und OuLiPo-Experte.

 

Georges Perec (1936–1982), geboren in Paris als Sohn polnisch-jüdischer Einwanderer, war Schriftsteller und Filmemacher. Er ist Mitglied der Oulipo-Gruppe und zählt zu den wichtigsten Vertretern der französischen Nachkriegsliteratur. Tobias Scheffel, mehrfach ausgezeichneter Übersetzer aus dem Französischen, lebt in Freiburg. 2009 erschien seine Übersetzung von Perecs Über die Kunst seinen Chef anzusprechen und ihn um eine Gehaltserhöhung zu bitten.

 

Eine Veranstaltung von Literaturbüro Freiburg, Centre Culturel Français Freiburg und Frankreich-Zentrum der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Mit freundlicher Unterstützung der Weltlesebühne und des Sportärztebunds Südbaden e. V.

 

| Di 07.12. | 20.00 Uhr | Kinosaal | Alter Wiehrebahnhof, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt: 5,00/ 3,00 Euro

 


Dienstag, 14. Dezember

OuLiPo #2: Jacques Roubaud: Der verwilderte Park | Parc Sauvage

LESUNG

 

Frankreich, 1942. Die zehnjährige Dora und ihr Freund Jacques verbringen den Spätsommer in der ländlichen Idylle nahe der spanischen Grenze und genießen ihre Freiheit fern der Eltern. In einem verwilderten Park schaffen sie sich ihr eigenes Reich, das voller Geheimnisse steckt. Nur sporadisch dringt die Welt der Erwachsenen in Form von Gesprächen und Radionachrichten zu ihnen hindurch, und mit ihr die Angst vor den Besatzungsmächten, Flucht und Exil, die sich unmerklich in das kindliche Spiel verwebt und im Text spürbar wird.

 

Im Rahmen von »50 Jahre OuLiPo« liest der Schriftsteller und Mathematiker Jacques Roubaud, geb. 1932 in Caluire (Rhône) und prägendes Mitglied jener »Werkstatt für potentielle Literatur«, aus seiner autobiografisch grundierten Erzählung Parc Sauvage. Tobias Scheffel, mehrfach ausgezeichneter Übersetzer aus dem Französischen, hat den Text jüngst ins Deutsche übertragen (Der verwilderte Park, Wagenbach 2010). Jacques Roubaud und Tobias Scheffel lesen im Wechsel Passagen aus dem französischen Original und der deutschen Übersetzung.

Einführung und Moderation: Wolfgang Orlich (Universität Freiburg), Romanist und OuLiPo-Experte.

 

Eine Veranstaltung von Literaturbüro Freiburg, Centre Culturel Français Freiburg und Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg. Mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins des Frankreich-Zentrums der Universität Freiburg.

 

Di 14.12 | 20.00 Uhr | Centre Culturel Français Freiburg, Münsterplatz 11, 79098 Freiburg | Eintritt frei

 


Freitag, 10. Dezember


ZWISCHEN/MIETE

Mit Judith Keller

 

»Wir haben zu kurze Haare, um uns heute schön zu fi nden. Heute Vormittag

im kleinen Coiffeursalon hat ihm Madame sein ganzes Räubertum

vom Kopf geschnitten. Vorher war er ein Räuber mit vielen Locken und ich

kam mir vor wie im Wald geraubt, das gefi el mir. Jetzt ist seine Stirn ganz

unbehangen, sein Gesicht fromm wie eine renovierte Kirche, auf der das

weggeschnittene Efeu helle Stellen liess.« (Judith Keller, Die Finalisten )

 

Die Lesereihe zwischen/miete präsentiert Literatur aus der jüngsten Schriftstellergeneration und bringt sie ins Gespräch. Von Studierenden organisiert und moderiert, kommen für einen Abend professionelle junge AutorInnen zur »Zwischenmiete« in Freiburger Wohngemeinschaften und präsentieren ihre Texte. Am 10. Dezember liest Judith Keller aus ihren Kurzprosatexten. Geboren 1985 in Altendorf in der Schweiz, nahm sie ihr Studium am schweizerischen Literaturinstitut in Biel auf, wechselte 2007 ans Deutsche Literaturinstitut Leipzig (DLL) und studiert seit 2010 Deutsch als Fremdsprache an der Freien Universität Berlin. Judith Keller ist Mitredakteurin der Literaturzeitschrift EDIT, einem Magazin für junge deutschsprachige Prosa, Essayistik, Lyrik und Kritik.

 

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk Freiburg.

 

| Fr 10.12. | 20.00 Uhr | Studentendorf Vauban, Merzhauserstraße 152/14, Quattro oben rechts| Eintritt 3 € (inkl. einem Bier und Brötchen) |

 


Donnerstag, 16. Dezember


LITERARISCHES WERKSTATTGESPRÄCH

 

Im »Literarischen Werkstattgespräch« können Schreibende unveröffentlichte literarische Texte zur Diskussion stellen. Die Veranstaltung findet monatlich jeweils am letzten Donnerstag statt. Textbewerbungen bitte bis spätestens eine Woche vor dem Gespräch ans Literaturbüro schicken.

 

| Do 16.12. | 20.00 Uhr | Galerie | Alter Wiehrebahnhof | Urachstraße 40, 79102 Freiburg | Eintritt frei |

 


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