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Gäste des Symposiums "STÖRFALL TEXT"

AutorInnen, ExpertInnen, Dolmetscherin, Lesestimme und ModeratorInnen

[in alphabetischer Reihenfolge]

 

Swetlana Alexijewitsch, wurde in Iwano-Frankiwsk in der Ukraine geboren. Noch in ihrer Kindheit übersiedelte die Familie nach Weißrussland, dem Herkunftsland ihres Vaters. Swetlana Alexijewitschs Bücher wurden in 22 Sprachen übersetzt und bilden die Grundlage zahlreicher Theaterstücke und Filmdokumentationen. Für ihr Werk erhielt sie eine große Reihe internationaler Auszeichnungen, u.a. den Erich-Maria-Remarque-Preis, den Andrej-Sinjavskij-Preis, den Kurt-Tucholsky-Preis des schwedischen PEN Clubs, den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung sowie den Triumph-Preis, die höchste Auszeichnung für Kunst und Literatur in Russland. Swetlana Alexijewitsch hat in ihren Arbeiten einen völlig eigenständigen literarischen Stil innerhalb des Non-Fiktionalen entwickelt, der auf hunderten von Interviews basiert. Zu den von ihr auf Deutsch erschienenen Büchern gehören »Tschernobyl - eine Chronik der Zukunft« (Berliner Taschenbuch Verlag, 2006, Übersetzung von Ingeborg Kolinko), »Die letzten Zeugen: Kinder im Zweiten Weltkrieg« (Aufbau Taschenbuch Verlag, 2005, Übersetzung von Ganna Maria Braungart) und »Der Krieg hat kein weibliches Gesicht« (Berliner Taschenbuch Verlag, 2004, Übersetzung von Ganna Maria Braungart). Frau Alexijewitsch ist Gastim dritten Panel unter dem Titel "Chronik der Zukunft".


Juri Andruchowytsch, geboren 1960 in Iwano-Frankiwsk/Westukraine, dem früheren galizischen Stanislau, studierte Journalistik und begann als Lyriker. Übersetzungen aus dem Russischen, Polnischen, Englischen und Deutschen. 1985 Mitbegründer der legendären literarischen Performance-Gruppe Bu-Ba-Bu (Burlesk-Balagan-Buffonada). Mit seinen drei Romanen "Rekreacij" (1992), "Moskoviada" (1993), "Perverzija" (1999), die ins Polnische und Russische übersetzte wurden, ist er unfreiwillig zum Klassiker der ukrainischen Gegenwartsliteratur geworden. 2000 erschien in Polen "Mein Europa" (mit Andrzej Stasiuk), Ergebnis einer gemeinsamen Reise durch den unbekannten europäischen Osten. Die deutsche Übersetzung erschien im Mai 2004 in der edition suhrkamp. Andruchowytsch wurde mit dem Sonderpreis des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises 2005 der Stadt Osnabrück ausgezeichnet; der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Völkerverständigung 2006 wurde Juri Andruchowytsch im März 2006 anlässlich der Eröffnung der Leipziger Buchmesse verliehen. Im Herbst 2011 erscheint sein neuer Roman "Perversion" (Suhrkamp Verlag). Andruchowytsch ist Gast im dritten Panel unter dem Titel "Chronik der Zukunft".


Claudia Dathe, geboren 1971, studierte Übersetzungswissenschaft (Russisch, Polnisch) in Leipzig, Pjatigorsk (Russland) und Krakau. Von 1997 bis 2004 arbeitete sie als Lektorin für den Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) in Kasachstan und der Ukraine. Neben Lehrveranstaltungen zum Übersetzen und Dolmetschen führte sie außeruniversitäre Weiterbildungen für Nachwuchsübersetzer durch. Claudia Dathe lebt und arbeitet heute in Jena als freiberufliche Übersetzerin für Ukrainisch, Russisch und Polnisch und führt Projekte für deutsche und ukrainische Nachwuchsübersetzer durch. Zu den von ihr übersetzten Autoren gehören u.a. Serhij Zhadan, Olexandr Irwanez, Tanja Maljartschuk, Halyna Kruk und Viktor Neborak. Frau Dathe moderiert im Rahmen von "Störfall Text" das erste Panel unter dem Titel "Expedition Katastrophe".


Robert Glashüttner, geboren 1979, ist leidenschaftlicher (Video-)Spieler seit Kindheitstagen und arbeitet seit einigen Jahren die gesamte Videospielgeschichte bis zur Gegenwart in ihren vielen Facetten und Seitensträngen journalistisch und wissenschaftlich auf. Seit 2002 ist er bei Radio FM4 (ORF) unter anderem als Games-Redakteur, Moderator und Web-Host tätig, zusätzlich dazu schreibt er laufend Artikel über digitale Spielkultur in Magazinen wie "intro", "de:bug" und "TBA". Im Rahmen seiner Diplomarbeit auf der Uni Wien (Fertigstellung Ende 2006) hat Robert Glashüttner Spielejournalismus aus wissenschaftlicher Perspektive beleuchtet. Glashüttner ist Gast im zweiten Panel unter dem Titel "Magie der Zone".


Fabian Großekemper, Historiker und Soziologe, lebt und arbeitet in Freiburg und Zürich. Großekemper verfasste seine Diplomarbeit zum Thema "Ego-Shooter: Sport oder Mord? Zur Soziologie der Computerspiele"; Albert-Ludwig-Universität Freiburg, 2002. Abrufbar unter: www.wrongtruth.com/files/texts/Magisterarbeit_Verl1_01.pdf Großekemper ist Gast im zweiten Panel unter dem Titel "Magie der Zone".


Rebecca Harms, geboren 1956, ist gelernte Baumschul- und Landschaftsgärtnerin, wurde von der Anti-Atomkraft-Bewegung politisch geprägt und ist erklärte Gegnerin der Atomkraft. Nach einem abgebrochenen Studium ging sie 1984 als Mitarbeiterin der Europaparlamentsabgeordneten Undine von Blottnitz nach Brüssel. Harms ist Mitglied des Parteirates von Bündnis 90/Die Grünen. Von 1994 bis 2004 war sie Mitglied des Niedersächsischen Landtages und dort bis 2004 Fraktionsvorsitzende der grünen Fraktion. Bei der Europawahl 2004 zog sie als Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen ins Europäische Parlament ein. Dort war sie Sprecherin der deutschen Gruppe sowie Vizepräsidentin der Fraktion Grüne/EFA und insbesondere in Sachen Klimaschutz und Energiepolitik aktiv. Für die Europawahl in Deutschland 2009 wurde sie erneut von Bündnis 90/Die Grünen als Spitzenkandidatin nominiert. Sie wurde im Juli 2010 einstimmig zur Vorsitzenden der Fraktion Grüne/EFA gewählt. Sie ist Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITER) und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI). Harms ist Gast des dritten Panels "Chronik der Zukunft".


Felix Knoke, geboren 1979, hat am Bodensee die Hopfenernte, in Hamburg die Soziologie und in Berlin das Leben zu lieben gelernt. Er arbeitet als freier Journalist für verschiedene Formate und Themen und macht währenddessen nur sehr seltene Fortschritte als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio. Knoke ärgert sich fortwährend darüber, vor Jahren nicht Taschenlampe und Geigerzähler eingepackt zu haben, als Tschernobyl ihn rief – Faulheit vermasselte den Trip in die damals noch gesperrte Zone um Prypjat. Er ist Gast des zweiten Panels "Magie der Zone" und hat über das Computerspiel "The shadow of Chernobyl" einen Artikel auf SPIEGEL online verfasst.


Franz Leithold, Fachreferent für Slavistik, Film, Theater, Tanz und Audiovisuelle Medien. Leiter des Dezernats Neue Medien und Leiter des Medienzentrums der Universitätsbibliothek Freiburg. Dr. Leithold übernimmt die Moderation des Panels "Magie der Zone".


Inka Parei wurde 1967 in Frankfurt am Main geboren und lebt seit 1987 in Berlin. Ihr erster Roman "Die Schattenboxerin" wurde 2000 mit dem Hans Erich Nossack-Preis ausgezeichnet und ist inzwischen in 13 Sprachen übersetzt. 2003 erhielt sie bei den "Tagen der deutschsprachigen Literatur" für den Anfang des Romans "Was Dunkelheit war" den Ingeborg-Bachmann-Preis sowie den Kelag-Publikumspreis. Zuletzt wurde sie mit dem Heinrich-Heine-Stipendium ausgezeichnet (2009). Jüngst ist ihr neuer Roman "Die Kältezentrale" (Schöffling Verlag) erschienen, der sich mit der Reaktorkatastrophe Tschernobyl auseinandersetzt. Parei ist Gast des ersten Panels unter dem Titel "Expedition Katastrophe".


Sebastian Reiß arbeitet als Produzent und Regisseur bei Sprach- und Hörbuchaufnahmen. Seit Sommer 2010 bringt er die Veranstaltungsreihe „Reiß liest…“ in Freiburg auf die Bühne: ein Live-Literaturmagazin, das Orientierung im Dschungel der Neuerscheinungen gibt. Seit 2005 begleitet er für das Literaturbüro Freiburg internationale Autoren wie Ljubko Deresch, Alawiyya Sobh, Serhij Zhadan oder Wojciech Kuczok als deutsche Lesestimme. Regie führte er bei Sprachaufnamen in Berlin, Hamburg, München und Freiburg mit Katja Riemann, Charles Brauer, Sylvester Groth, Doris Wolters, Herbert Schäfer u.a. Mit Konstantin Graudus setzte er beim NDR die Novelle „Schweigeminute“ von Siegfried Lenz um.


Kathrin Röggla, 1971 in Salzburg geboren, studierte Germanistik und Publizistik in Salzburg und Berlin. Seit 1988 bewegt sie sich in der literarischen Öffentlichkeit, unter anderem in der Salzburger Literaturwerkstatt, der Salzburger Autorengruppe und in der Redaktion der Literaturzeitschrift »erostepost« - mit Lesungen, Performances und Videoperformances. Mit ihrem Umzug nach Berlin (1992) erfolgte eine Konzentration auf schriftliche Texte. Kathrin Rögglas Arbeit umfasst zahlreiche Bücher, Theatertexte und Radioarbeiten, für die sie vielfach ausgezeichnet wurde, unter anderem mit dem Italo-Svevo-Preis, dem New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds, dem Preis der SWR-Bestenliste, dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch und dem Solothurner Literaturpreis. Seit 2005 hatte Kathrin Röggla mehrere Poetik-Lehraufträge an verschiedenen Universitäten. Zu ihren letzten Veröffentlichungen gehören die Bücher »disaster awareness fair« (Literaturverlag Droschl, 2006) und »wir schlafen nicht« (S. Fischer, 2004), die Theaterstücke »worst case« (Uraufführung am Theater Freiburg, 2008) und »publikumsberatung« (Uraufführung am Neumarkttheater, 2008) sowie die Radioarbeiten »recherchegespenst« und »japanisches rückwärtstagebuch« (beide BR, 2008). Kathrin Röggla lebt und arbeitet in Berlin-Neukölln. Frau Röggla ist Gast im ersten Panel unter dem Titel "Expedition Katastrophe".


Kateryna Stetsevych, geboren 1980 in der Ukraine, studierte Germanistik und Literatur an der Universität Czernowitz/Tscherniwzi und als DAAD-Stipendiatin Kultur und Politik Osteuropas an der FU Berlin. 2005-2006 Stipendiatin der Robert Bosch Stiftung im Programm »Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa«. Im Rahmen dieses Programms war sie für ein Jahr in der Bundeszentrale für politische Bildung (Bonn) tätig. Derzeit Promotion im Bereich Literatursoziologie an der Europa-Universität Viadrina (Frankfurt/Oder). Sie wird das Symposium als Dolmetscherin begleiten.


Harald Welzer, geboren 1958, ist Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und lehrt Sozialpsychologie u.a. an der Universität Sankt Gallen.

In den S. Fischer Verlagen sind erschienen: »Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden« (2005), »Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird.« (2008). Seine Bücher sind in 15 Sprachen übersetzt worden. Gegenwärtige Forschungsschwerpunkte setzt Welzer im Projektbereich "KlimaKultur". Derzeit laufende Teilprojekte der "KlimaKultur" sind die von der Stiftung Mercator geförderten Bereiche "Katastrophenerinnerung" und "Shifting Baselines". Welzer ist Gast des dritten Panels "Chronik der Zukunft".


Insa Wilke, geboren 1978 in Bremerhaven, studierte Germanistik und Geschichte in Göttingen, Rom und Berlin. Sie schreibt als Literaturkritikerin für DIE ZEIT, die Frankfurter Rundschau und ZEITonline und lehrt an der Freien Universität Berlin und der Universität Hildesheim im Fach Neuere Deutsche Literaturwissenschaft. Sie promovierte über den Dichter Thomas Brasch; im letzten Jahr erschien im Verlag Matthes & Seitz "Ist das ein Leben. Der Dichter Thomas Brasch". Seit 2010 ist sie Programmleiterin des Literaturhauses Köln. Insa Wilke übernimmmt die Moderation des Abschlusspanels "Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft".


Serhij Zhadan wurde 1974 im Industriegebiet Luhansk im Osten der damaligen Sowjetrepublik Ukraine geboren. Später zog er mit seinen Eltern nach Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine. Dort studierte Zhadan Germanistik und promovierte über den ukrainischen Futurismus. Seit 1991 gehört der Autor zahlreicher Lyrikbände zu den prägenden Figuren der jungen Szene in Charkiw, wo er auch heute lebt. Zhadan tritt außerdem als Organisator von Literatur- und Musik-Festivals in Erscheinung und verfasst Texte, die er selbst zur Musik der Band Sobaky w kosmossi (übersetzt: Hunde im Kosmos) spricht. In seinem ersten, 2007 auch auf deutsch erschienenen Roman "Depeche Mode" schildert Zhadan die Odyssee seiner drei Protagonisten durch die postsozialistische Ukraine in der Umbruchszeit der frühen 1990er Jahre. Die 2008 veröffentlichte Hörbuchfassung von Depeche Mode wird von Harry Rowohlt gelesen. Serhij Zhadan wurde 2006 mit dem Hubert Burda Preis für junge Lyrik ausgezeichnet. Zhadan ist Gast des ersten Panels "Expedition Katastrophe".


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