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Badische Zeitung vom 09. Dezember 2011


MEINE WOCHE: Schwedischer Brauch

 

ALEXANDRA KUHN (28): Gastgeberin einer Autorenlesung.

 

Von Thomas Kunz

 

Ich bin schon so gespannt auf die "Zwischenmiete". Bei der Lesungsreihe werden junge Autoren eingeladen, die dann in Studentenwohnungen oder Wohngemeinschaften vorlesen. Ich weiß zwar noch nicht, was Autor Matthias Nawrat genau in unserer WG heute Abend alles lesen wird, bestimmt jedoch seine Geschichte "Arkadiusz Protasiuk", ein Portrait über den Piloten der 2010 abgestürzten polnischen Präsidentenmaschine. Mit der hat er den MDR-Literaturpreis 2011 gewonnen. Die Kurzgeschichte habe ich selbst im Vorfeld schon gelesen – und sie hat mir sehr gut gefallen, weil ich das Gefühl hatte, dass der Autor den Menschen in den Vordergrund stellen möchte.

 

Veranstaltet wird die "Zwischenmiete" übrigens immer gemeinsam von Literaturbüro und Studentenwerk und den gastgebenden Studierenden. Man stellt dann einfach seine Wohnung zur Verfügung, der Rest kommt von den Organisatoren aus Literaturbüro und Studentenwerk, unter anderem Bier und Brötchen. Die Organisatoren sind auch immer sehr dankbar, wenn sich junge Leute melden und ihre WG anbieten. Wir haben in unserer Zweier-WG beispielsweise genug Raum, Sitzkissen und zwei Couches, da finden genügend Leute Platz. Ich freu’ mich schon.

 

Am Wochenende bekomme ich dann vielleicht Besuch von meiner Mutter, und wir gehen dann gemeinsam auf den Weihnachtsmarkt. Und natürlich ins Blumencafé in Lehen, das ist in einem der alten Treibhäuser – wirklich sehr schön! Wahrscheinlich machen wir das am Sonntag. Und ich möchte unbedingt den Film "Mama Afrika" von Regisseur Mika Kaurismäki im Kino sehen, eine Art Dokumentation über Miriam Makeba. Ich finde die Frau so beeindruckend: Sie hat sich für Menschenrechte eingesetzt und über viele Jahre im Exil gelebt.

 

Kommende Woche geht es für mich dann weiter in der Uni. Ich studiere Deutsch, Skandinavistik und Englisch auf Magister und Lehramt – und langsam aber sicher neigt sich mein Studium dem Ende zu. An Montagabend unterrichte ich außerdem Schwedisch an der Volkshochschule von 20 bis 22 Uhr und tags darauf habe ich meinen unifreien Tag. Da habe ich dann Zeit, um Plätzchen zu backen, das ist perfekt. Mein Stundenplan ist gerade zwar nicht allzu voll, aber ich muss noch Hausarbeiten schreiben. Und das verschlingt viel Zeit.

 

Ein besonderes Highlight steht dann am Donnerstag kommender Woche an. Und zwar wird vom Institut für Skandinavistik ein Lucia-Fest veranstaltet, ein in Skandinavien – und dabei vor allem in Schweden – verbreiteter vorweihnachtlicher Brauch. Das Fest wird dort eigentlich immer am 13. Dezember, dem Gedenktag der Heiligen Lucia, gefeiert. Es ist dabei jedoch nicht großartig kirchlich geprägt. Die Veranstaltung hier im Petershof auf dem Unigelände ist auch öffentlich: mit Prozession, Liedersingen und ganz vielen Kerzen und Lichtern, das ist so schön, wenn sonst alles dunkel ist. Außerdem gibt es auch leckeres Essen am Buffet, das von den Gästen selbst bestückt wird. Darauf freue ich mich wirklich riesig, denn es ist einfach so richtig, richtig schwedisch. Und das finde ich klasse.


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