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Badische Zeitung vom 15. November

Interview: Warum braucht Freiburg ein Literaturhaus?

 

DREI FRAGEN an Birgit Fürst, stellvertretende Vorsitzende des neuen Förderkreises Literaturhaus.

 

Von Frank Zimmermann

 

Freiburg soll möglichst bald ein eigenes Literaturhaus bekommen, das aus dem Literaturbüro Freiburg hervorgeht. Die Politik hat grundsätzlich Zustimmung signalisiert, gleich fünf Gebäude in der Stadt kommen derzeit als Standorte in Frage und werden geprüft. Neu gibt es seit knapp drei Wochen einen Förderkreis Literaturhaus, der das Ansinnen unterstützt. Warum Freiburg ein Literaturhaus brauchen könnte und wo es stehen sollte, darüber sprach Frank Zimmermann mit der stellvertretenden Förderkreis-Vorsitzenden Birgit Fürst.

 

BZ: Frau Fürst, warum braucht eine Stadt wie Freiburg Ihrer Meinung nach jetzt ein Literaturhaus?

 

Birgit Fürst: Alle Künste in Freiburg haben bereits ein festes Zuhause, nur die Literatur nicht, sie wandert mal in die Theater, mal in eine Buchhandlung, mal ins Literaturbüro im Alten Wiehrebahnhof, mal in ein Kino und mal in die Universität. Mir geht es nicht darum, dass in Lesungen Großautoren zelebriert werden, das ist nicht das, was Freiburg dringend braucht. Es braucht vielmehr einen Standort, wo Jung und Alt hinkommen, wo man auch nach Lesungen noch bleiben und ins Gespräch kommen und auch mal Ausstellungen zeigen kann. Ich möchte ein Haus der Literatur, das besonders auch die Jugend anspricht und wo wichtige Themen aufgearbeitet werden. Schrift und Sprache sind Aufklärung und ganz wichtig für kreative neue Ideen, wir müssen uns gerade in Zeiten der Krise bewegen und ganz neue Ansätze finden.

 

BZ: Sie haben unlängst den Förderkreis Literaturhaus gegründet. Was wollen Sie mit diesem neuen Verein bewirken?

 

Fürst: Es geht darum, ganz viele aus der Bevölkerung anzusprechen, nicht nur Universitätsleute, sondern alle Schichten der Gesellschaft. Man kann Literatur zu einem Gemeinschaftserlebnis machen, über das gesprochen wird. Der Bedarf ist zweifellos da, Literaturhäuser schießen ja in vielen Städten wie Pilze aus dem Boden – in Berlin, Hamburg, München, Köln, Leipzig, Stuttgart, Darmstadt, Karlsruhe und Basel. Ich denke, die Zeit ist auch in Freiburg reif für ein Literaturhaus, die Buchhandlungen, die Bibliotheken und die Theater haben hier gute Vorarbeit geleistet. Natürlich geht es uns auch darum, Geld zu sammeln: Denn je mehr wir haben, desto mehr können wir zum Beispiel Workshops anbieten oder einen Autor in Residence finanzieren. Kurzum: Wir wollen das Literaturhaus finanziell und ideell unterstützen und viel Öffentlichkeit herstellen.

 

BZ: Zurzeit sind vier Standorte für ein Literaturhaus im Gespräch: ein Neubau am Theater, ein Gebäude der Universität an der Werthmannstraße, ein Anbau an das Vorderhaus und die ehemalige Betriebskantine auf dem Ganter-Areal. Haben Sie persönlich einen Favoriten?

 

Fürst: Es sind inzwischen sogar fünf, es ist noch ein Objekt, eine Villa in der Kartäuserstraße, dazugekommen. Es kommt am Ende darauf an, was finanzierbar ist und sich für verschiedene Arten von Veranstaltungen am besten eignet. Ich denke, es wäre gut, wenn wir ein eigenes Haus mit Kantine haben. Das alles wäre meiner Meinung nach auf dem Ganter-Areal gegeben. Aber ich will der Entscheidung nicht vorgreifen. In jedem Fall müssen wir die Universität und die Stadt einbinden und alle an einem Strang ziehen.

 

FÖRDERKREIS

 

Gegründet: 27. Oktober 2011

Mitglieder: zurzeit ca. 60

Zweck: finanzielle und ideelle Förderung der Literatur in Freiburg

Beitrag: jährlich 60, ermäßigt 30 Euro (Beitritt Ende 2011 gilt mit für 2012)

Vorstand: Rolf Renner (Vorsitz),

 

Birgit Fürst und Hans Essmann (Stellvertreter),

 

Jutta Schloon (Schriftführerin),

 

Stephan Kuß (Kassenwart)



Wird in der Ganterkantine bald ein Literaturhaus eingerichtet?


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