
SPRECHEN ÜBER SPRACHE: SPOKEN-WORD-POETRY
Timo Brunke, Kommunikazumutung-Verzweit (2008)
Vortrag & Performance
Timo Brunkes Kommunikazumutung-Verzweit (2008) ist eine Komposition für zwei Stimmen, die jedoch mehr Partitur denn Vortrag oder Rezitation ist. Zwei Sprecherinnen der Akademie für gesprochenes Wort, Caroline Durina und Ulrike Möller, ergehen sich in Monologen, Dialogen und „Zweideutsch“, jenem durcheinander-Sprechen, bei dem es Brunke nicht auf die inhaltliche Ebene des „aneinander vorbei Redens“, sondern auf den Höreindruck ankommt. Da überlagern sich „Daas“, „Doos“ und „Dees“ – um ab und an in Reimen zu enden, die man nicht vermutet hätte. Im Mit- und Gegeneinander der beiden übereinander notierten Stimmen findet sich Harmonisches neben Dissonantem, rhythmisch Paralleles neben Gegenläufigem; Tonhöhen und Klangfarben verändern sich, überlagern sich, vermischen sich.
Kommunikazumutung ist eine Studie über (misslingende) menschliche Kommunikation, eine Warnung vor dem akustischen Overkill – und eine Geschichte ohne Moral.
Timo Brunke, geb. 1972 in Stuttgart, ist Sprachkünstler, literarischer Kabarettist, Wortkomponist, Sprechdichter und Miterfinder des Poetry Slam. Er präsentiert seine Ergebnisse seit Anfang der 90er Jahre auf Bühnen im In- und Ausland. Nach Anfängen im literarischen Kabarett und Engagement für die deutschsprachige spoken-word-Szene wirkt er heute als Sprachkünstler spartenübergreifend in unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Bereichen.
Timo Brunke hält im Rahmen der Reihe „Sprechen über Sprache“ einen Vortrag über spoken-word-poetry. Im Anschluss daran wird sein Stück Kommunikazumutung-Verzweit von Carolin Durina und Ulrike Möller live vorgeführt werden.
| Di 20.04. | 20.00 Uhr | Galerie im Alten Wiehrebahnhof | Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt: 5,00/3,00 Euro |

HörBAR – Mathematik, Literatur, Film
Doppelpack: Radiofeature & Film
AUF PUNKT UND KOMMA. Schnittmengen von Literatur und Mathematik. Von Marcus Gammel, Charlotte Misselwitz und Viktoria Tkakczyk. DLR, 2009
„Zählen" und „Erzählen", Rechnen und Schreiben haben mehr gemeinsam als die Schulweisheit sich mitunter träumen lässt. Im Wissenschaftsjahr 2008 präsentierte sich die Mathematik einmal mehr als die fundamentalste aller Denkwelten. Dabei gerät leicht aus dem Blickfeld, dass sie neben der Physik, Informatik, Ökonomie und Technik auch den Künsten gründlich eingeschrieben ist - allen voran der Literatur. Verbunden sind die Rechen- und die Dichtkunst dabei durch ein besonderes Spannungsverhältnis von Ordnung, Imagination und Wahrscheinlichkeit.
Kein Wunder also, dass die Reihe mathematisch gebildeter Literaten kein Ende nehmen will. Von Omar Khayyam über Petrarca zu den mittelalterlichen Epikern; von Friedrich Wilhelm Schlegel zu Adalbert Stifter und Theodor Storm; von Lewis Carroll, Paul Valéry und Hermann Broch zu Thomas Pynchon, Jacques Roubaud, Umberto Eco, Péter Esterházy… Jede literarische Epoche hält ihre eigene Rücksprache mit der Zahlenlehre. Die Sendung belauscht Mathematiker und Schriftsteller bei der Herstellung und Optimierung von Phantasien.
In der HörBAR präsentiert von der Redakteurin Barbara Wahlster, Berlin.
| Do 22.04. | 20.00 Uhr | Kinosaal im Alten Wiehrebahnhof | Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt: 8,00/erm. 6,00 Euro |
ZORN'S LEMMA
| USA 1970 | OF | 59 Min. | Regie: Hollis Frampton |
Zorn's Lemma ist ein Satz aus der Mengenlehre. ZORN'S LEMMA gehört zu den Klassikern des strukturellen Films: In der mittleren Sequenz des Films sehen wir ein Alphabet, bestehend aus Beschriftungen im Öffentlichen Raum New Yorks, die sukzessive durch andere Bilder ersetzt werden.
»Frampton's film is an exercise in mathematical logic in cinema. Or is it a mechanical logic? Three viewings do not help me to explain to you what the film is all about. It's about alphabet. It's about the unities of similarities. It's about sameness in a confusion. It's about logic in chance. It's about structure and logic. It's about rhythm.« (Jonas Mekas)
Einführung: Robert Meßner
| Do 22.04. | 21.45 Uhr | Kinosaal im Alten Wiehrebahnhof | Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt: 6,00 Euro
Die HörBAR ist eine Veranstaltungsreihe des SWR2 Baden-Baden mit dem Literaturbüro und dem Kommunalen Kino Freiburg.
Kuratorin: Beate Thill

»JUGEND SCHREIBT«
Unter dem Motto »Jugend schreibt« treffen sich seit über zehn Jahren Oberstufenschülerinnen und -schüler im Literaturbüro, um mit professioneller Unterstützung an ihren Geschichten, Romanen und Gedichten zu arbeiten. Geleitet wird die Werkstatt von Bernd-Jürgen Thiel, langjähriger Moderator von »Jugend schreibt«, und Szilvia Szarka, Leiterin des Literaturbüros. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Anmeldung bitte im Literaturbüro unter Tel. 0761/289989 oder info@literaturbuero-freiburg.de.
In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Freiburg, dem Markgräfler Gymnasium Müllheim und dem Regierungspräsidium Freiburg.
| Fr 23.04. | 15.30-18.00 Uhr | Alter Wiehrebahnhof, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt frei |

LITERARISCHES WERKSTATTGESPRÄCH
Im »Literarischen Werkstattgespräch« können Schreibende unveröffentlichte literarische Texte zur Diskussion stellen. Die Veranstaltung findet monatlich jeweils am letzten Donnerstag statt. Textbewerbungen bitte bis spätestens eine Woche vor dem Gespräch ans Literaturbüro schicken.
| Do 29.04. | 20.00 Uhr | Galerie im Alten Wiehrebahnhof | Urachstraße 40, 79102 Freiburg | Eintritt frei |

ZWISCHEN/MIETE MIT CLARA EHRENWERTH
NACHWUCHSLITERATUR IN WGs
Die neue Veranstaltungsreihe »zwischen/miete« präsentiert Literatur aus der jüngsten Schriftstellergeneration und bringt sie ins Gespräch. Für einen Abend kommen professionelle, noch nicht im Literaturbetrieb etablierte AutorInnen zur »Zwischenmiete« in Freiburger Wohngemeinschaften und stellen frische Texte vor. Von Studierenden organisiert und moderiert sollen die Lesungen die von ihren Bewohnern ganz unterschiedlich geprägten Räume des mal flotten, mal wenig außergewöhnlichen studentischen Lebens zu einem Ort der jungen Literatur machen und in Freiburg eine Plattform für die beachtenswerte deutsche Nachwuchsliteratur etablieren.
Seminare, Kneipen, WG-Küchen. Das Sich-Testen in befristeten Zusammenkünften mit Menschen, die verschiedene Auffassungen und Meinungen vertreten, macht die studentische Lebenswelt zu einem großen Teil aus. Vieles geschieht auf Probe, als Experiment, unter Vorbehalt. Auch jede Lesung ist eine Zusammenkunft als Versuchsanordnung zwischen Text, Publikum und Raum, die bei Gelingen der WG ihre eigene Geschichte einschreibt. Und gerade die NachwuchsautorInnen brauchen diese »Zeit auf Probe« als Probezeit, den Dialog, das Gespräch und den Austausch – nicht nur mit gestandenen Autoren und Kritikern, sondern mit einem jungen und interessierten Publikum.
Dabei sind Kurzprosa und Lyrik oft gewählte Formen junger AutorInnen und zugleich viel schwerer zu vermitteln als der klassische Roman. zwischen/miete rückt gerade deshalb die kurzen Formen der Literatur in den Mittelpunkt – jedoch ohne sich der traditionellen Erzählform, dem Roman, zu verschließen.
Beim ersten der vier für das Sommersemester geplanten Termine wird Clara Ehrenwerth in einer Dreier-WG in der Habsburgerstraße ihre Kurzprosa vorstellen.
Clara Ehrenwerth, geboren 1987 in Erfurt, studiert seit 2007 Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. 2004 wurde sie zum 19. Treffen Junger Autoren eingeladen, 2006 trat sie für Leipzig beim National Slam in München an. Zuletzt erhielt sie den Förderpreis des Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen. Seit 2008 ist sie Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift BELLA triste.
Im Anschluss an die Lesung findet in der WG eine Party statt, zu der die Lesungsgäste eingeladen sind.
Eine Kooperationsveranstaltung des Literaturbüros Freiburg und des Studentenwerks Freiburg.
| Fr 30.04. | 20:00 | WG in der Habsburgerstraße 44, 4. Stock bei Eich | Eintritt: 3,00 Euro (inkl. Brötchen und Bier) |

|