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Rückschau | Januar 2010


Donnerstag, 14. Januar 2010

Freiburger Andruck 10|1

Übersetzer-Lesung mit Tobias Scheffel

 

Georges Perec: „Über die Kunst seinen Chef anzusprechen und ihn um eine Gehaltserhöhung zu bitten“ in der Übersetzung von Tobias Scheffel

 

Im Nachlass von Georges Perec (1936-1982), einem herausragenden Vertreter der französischen Nachkriegsliteratur, wurde kürzlich eine höchst vergnügliche Geschichte entdeckt, die Antworten gibt auf die wohl wichtigste Frage im Leben eines Angestellten. Der Autor spielt dabei in einem einzigen, sich über 90 Seiten erstreckenden Satz alle Hoffnungen, Erwartungen, Pläne und Eventualitäten durch, die aufkommen und sich ereignen, wenn ein Angestellter eines Großunternehmens sich aufmacht, seinen Abteilungsleiter anzusprechen, um ihn um eine Gehaltserhöhung zu bitten. Falls Sie bisher dachten, der direkte Weg zum Ziel sei der beste, werden Sie in dieser Parodie des freien Willens eines Besseren belehrt.

Diese Reise durch die Irrungen und Wirrungen der Möglichkeiten wird vorgestellt durch den Übersetzer Tobias Scheffel, bei der zweistimmigen Lesung unterstützt durch den Sprecher Marcel Hinderer. Moderation: Wolfgang Orlich, Romanisches Seminar der Universität Freiburg.

 

Tobias Scheffel, geboren in Frankfurt am Main, studierte Romanistik an den Universitäten Tübingen, Tours und Freiburg und hat seit 1992 zahlreiche Übersetzungen aus dem Französischen veröffentlicht, u. a. von Autoren wie Robert Bober, Fred Vargas, Gustave Flaubert, Jacques Le Goff und Denis Grozdanovitch. Er lebt in Freiburg.

 

|Do 14.01 | 20.00 Uhr | Freiburger Andruck 10|1 | Übersetzer - Lesung mit Tobias Scheffel Stadtbibliothek Freiburg | Münsterplatz 17, 79098 Freiburg | Eintritt: 7,00/5,00Euro |


Sonntag, 17. Januar 2010

DIE FRAU MIT DEN 5 ELEFANTEN

Swetlana Geier – Dostojewskijs Stimme

 

Bundesdeutsche Filmpremiere - begleitet mit Lesung und Podiumsgespräch

 

Für das Übersetzen ist die Vorstellung eines Transports keine zureichende Metapher. Es ist kein Transport, weil das Gepäck niemals ankommt. Mich haben immer die Verluste interessiert. Mich hat das interessiert, was immer jenseits des Neuen, des Übersetzten bleiben muss. (Swetlana Geier)

 

Puschkin, Gogol, Tolstoi, Solschenizyn, Platonov, Belyj, Tschukowskaja, Sinjawskij, Afanasjew, Wojnowitsch, Katajew, Bunin, Bulgakow und Dostojewskij – Meilensteine des von internationalen Preisen gekrönten Lebenswerkes von Swetlana Geier, einer der bedeutendsten Übersetzerinnen russischer Sprache.

Ihr Leben wurde von Europas wechselvoller Geschichte überschattet: Sie wurde 1923 in der Ukraine geboren, ihr Vater wurde 1938 im Zuge von Stalins Großer Säuberung verhaftet und starb 1939 an den Folgen der Haft. Während der Besetzung der Ukraine arbeitete sie als Dolmetscherin und wurde 1943 mit ihrer Mutter in ein Ostarbeiterlager in Dortmund interniert. Nach dem Krieg ließ sie sich in Günterstal nieder und nahm ein Studium der Literaturwissenschaft und vergleichenden Sprachwissenschaft an der Universität Freiburg auf. In den fünfzigen Jahren beginnt sie ihre übersetzerische Tätigkeit, deren Höhepunkt die Neuübertragungen von Dostojewskijs fünf großen Romanen, den „fünf Elefanten“, bilden. Heute blickt sie zudem auf 40 Jahre Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten zurück.

Im Alter von 85 Jahren besuchte Swetlana Geier zum ersten Mal seit Ende des Krieges Orte ihrer Kindheit in der Ukraine. Der Regisseur Vadim Jendreyko begleitete sie. Der daraus entstandene Film „Die Frau mit den 5 Elefanten“ verwebt Swetlana Geiers Lebensgeschichte mit ihrem literarischen Schaffen und spürt dem Geheimnis dieser unermüdlichen Mittlerin zwischen den Sprachen nach. Vor der deutschen Filmpremiere wird Swetlana Geier aus ihrer gerade erschienenen Neuübersetzung von Dostojewskijs »Der Spieler« vorlesen. Im Anschluss stellen sich Swetlana Geier und Vadim Jendreyko den Fragen der Journalistin Lerke von Saalfeld.

 

Eine Veranstaltung von Literaturbüro Freiburg, Kommunales Kino Freiburg, Theater Freiburg und Weltlesebühne e.V.

 

|So 17.01 | 19.30 Uhr | Theater Freiburg | Großes Haus | Bertoldstraße 46, 79098 Freiburg | Eintritt 12,00/7,00 €,

Vorverkauf: Theaterkasse, Telefon: 0761 201 28 53, E-Mail: theaterkasse@theater.freiburg.de


Donnerstag, 21. Januar 2010

HörBAR | „Cute Knut”, „Menschen Möbel Dialoge"

 

Autor: Stefan Weigl

Regie: Ulrich Lampen

Deutscher Hörspielpreisträger der ARD 2009 | ARD Online Award 2009

Produktion: SWR 2009, Länge: 25/26 Min.

 

Vorsicht, Programmänderung:

Anstelle des Hörspiels "Moment, das wird Sie interessieren!" dürfen wir Ihnen nun die beiden Stücke "Cute Knut" und "Menschen Möbel Dialoge", ebenfalls von Autor Stefan Weigl, präsentieren.

 

"Cute Knut" erzählt vom -fiktiven- Fall des einstigen Lieblings im Berliner Zoo. Wegen eines Zwischenfalls mit einigen Karpfen muss er nun zum Psychiater, um seine Agressionen in den Griff zu bekommen. "Ich bekenne mich schuldig: Ich habe diese Karpfen an Land gezogen und ihnen den Kopf abgerissen. In der Presse ist mir das unheimlich negativ ausgelegt worden, Kinderstar dreht durch und so weiter, was fürn Quatsch, also erstens: Was heißt hier Kinderstar? Ich bin Knut, also: DER Knut, Cute Knut! Ohne mich wäre der Berliner Zoo längst pleite."

 

In "Menschen Möbel Dinge" geht es um den Emailverkehr eines Dramaturgen mit seinem Autor. Der Kontakt beginnt höflich distanziert, entwickelt sich aber im Laufe der Zeit zu einer Art Therapeutengespräch für den Autor, der bicht so kann und will, wie der Dramaturg sich sein Stück vorgestellt hat. Letzterer wird hier ungewollt zum Lebensberater.

 

Stefan Weigl erhielt zusammen mit Thomas Wolfertz 2009 den Deutschen Hörspielpreis der ARD sowie den Publikumspreis ARD Online Award. „Stefan Weigl und Thomas Wolfertz präsentieren diesen Konsumenten-Albtraum auf eine so nur im Radio mögliche Weise. Mit 'Moment, das wird Sie interessieren' ist die Gattung Hörspiel ganz bei sich." (Jury des Deutschen Hörspielpreises)

 

|Do 21.01. | 20.00 Uhr | Kinosaal im Alten Wiehrebahnhof | Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt: 5,00/4,00 Euro |


Donnerstag, 28. Januar 2010

LITERARISCHES WERKSTATTGESPRÄCH

Im »Literarischen Werkstattgespräch« können Schreibende unveröffentlichte literarische Texte zur Diskussion stellen. Die Veranstaltung findet monatlich jeweils am letzten Donnerstag statt. Textbewerbungen bitte bis spätestens eine Woche vor dem Gespräch ans Literaturbüro schicken.

 

| Do 28.1. | 20.00 | Galerie im Alten Wiehrebahnhof, Urachstraße 40, 79102 Freiburg | Eintritt frei |

 


Freitag, 29. Januar 2010

»JUGEND SCHREIBT«

 

Unter dem Motto »Jugend schreibt« treffen sich seit über zehn Jahren Oberstufenschülerinnen und -schüler im Literaturbüro, um mit professioneller Unterstützung an ihren Geschichten, Romanen und Gedichten zu arbeiten. Geleitet wird die Werkstatt von Bernd-Jürgen Thiel, langjähriger Moderator von »Jugend schreibt«, und Szilvia Szarka,Leiterin des Literaturbüros. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Anmeldung bitte im Literaturbüro unter Tel. 0761/289989 oder info@literaturbuero-freiburg.de.

 

In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Freiburg, dem Markgräfler Gymnasium Müllheim und dem Regierungspräsidium Freiburg.

 

|Fr 29.01. | 15.30-18.00 Uhr | Alter Wiehrebahnhof, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt frei|

 


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