
»... zwischen allen Stühlen«
Das Jahr 1949 im Spiegel der Tagebücher Victor Klemperers
2009 begehen wir den 60. Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik. Auch die DDR wäre im Oktober 60 Jahre alt geworden. Um den Spuren und Zäsuren der Entstehungsgeschichte beider deutschen Staaten nachzugehen, stellen die Tagebücher des Romanisten und Universitätsprofessors Victor Klemperer ganz besondere Zeitzeugnisse dar. Nach der Befreiung wollte sich der unter den Nationalsozialisten verfolgte und von seinem Katheder verdrängte Victor Klemperer aktiv am Aufbau eines neuen Deutschlands beteiligen. Angesichts der konsequenteren Politik der Kommunisten gegenüber den ehemaligen Nazis, hielt er dafür die sowjetische Besatzungszone und später die DDR für geeigneter. Er zog mit seiner Frau Eva zurück in sein Haus in Dresden-Dölzschen, aus dem sie 1940 vertrieben worden waren. Doch kamen ihm bald angesichts der stalinistischen Tendenzen in Ostdeutschland ernste Zweifel an der gewählten Alternative. Der Titel der Ausgabe seiner Tagebücher von 1945 bis 1959, »So sitze ich denn zwischen allen Stühlen«, gibt diesem tiefen Konflikt Ausdruck. In einer multimedialen Lesung wird der Theaterwissenschaftler
Olaf Jelinski der Atmosphäre des Jahres 1949 nachspüren. Ausgewählte Passagen aus den Tagebüchern Victor Klemperers werden von korrespondierenden Wochenschauen aus Ost und West begleitet. Die mediale Reflexion von zentralen Ereignissen aus Politik, Kultur und Alltagsleben kombiniert mit Gedanken und Gefühlen Victor Klemperers zeichnen ein außergewöhnliches Stimmungs- und Lagebild aus der Frühphase des geteilten Deutschlands.
Eine Veranstaltungskooperation von Literaturbüro Freiburg und Kommunales Kino.
| Do 05.11. | 20:00 | Kinosaal | Alter Wiehrebahnhof | Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt 6,00/4,00 Euro |

»JUGEND SCHREIBT«
zu Gast in der Textwerkstatt: Lutz Seiler
Oberstufenschülerinnen und -schüler treffen sich regelmäßig zu halbtägigen Werkstatttreffen im Literaturbüro, um eigene Texte zu lesen und darüber zu diskutieren. In der »Jugend-schreibt«-Werkstatt im November kündigt sich ein besonderer Gast an: Der vielfach ausgezeichnete Lyriker Lutz Seiler wird im Rahmen des 23. Freiburger Literaturgesprächs mit den Jugendlichen der Werkstatt über das eigene Schreiben und die Arbeit an Sprache sprechen. Nach einer Lehre als Baufacharbeiter arbeitete er als Zimmermann und Maurer. 1990 schloss er ein Studium der Germanistik ab und leitet seit 1997 das Literaturprogramm im Peter-Huchel-Haus – einem Literaturhaus und einer Gedenkstätte in Wilhelmshorst. Seiler unternahm Reisen nach Zentralasien, Osteuropa und erhielt ein Aufenthaltsstipendium in der Villa Aurora in Los Angeles. 2007 wurde er mit einem Auszug aus Turksib, einer Reise durch Kasachstan, und zugleich eine Reise durch Fremdheit, Hitze und Einbildungskraft, mit dem bedeutenden Ingeborg Bachmann Preis geehrt. Seine Gedichte sind unter anderem ins Englische, Französische, Italienische, Litauische und Slowenische übersetzt. Lutz Seiler lebt heute in Wilhelmshorst bei Berlin.
Die Moderation übernehmen Bernd Jürgen Thiel und Martin Gülich. Anmeldung bitte im Literaturbüro unter 0761/289989 oder info@literaturbuero-freiburg.de.
Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Freiburg, dem Markgräfler Gymnasium Müllheim und dem Regierungspräsidium Freiburg.
| Fr 13.11. | 15.30-18.00 | Literaturbüro Freiburg | Alter Wiehrebahnhof, 2. Obergeschoss | Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt frei |

DEUTSCHLANDREISE
Abschlusspodium zum 23. Freiburger Literaturgespräch
mit Sibylle Lewitscharoff, Lutz Seiler, Kathrin Schmidt und Helmut Böttiger
Am 09.11.1989 besiegelte der Fall der Mauer das Ende der DDR und ebnete den Weg zur Vereinigung Deutschlands. Zwei grundsätzlich verschiedene Systeme kamen dabei zusammen, und auch 20 Jahre später ist Deutschland in vielen Bereichen ein Land mit zwei Gesellschaften. Welche Bedeutung und Funktion kommt Schriftstellern als Beobachter und Intellektuelle in Prozessen politischer Neuordnung zu, und wie bewerten und analysieren sie diese? Wie können Veränderungen über Literatur mitgestaltet werden, und welche Wege öffnen literarische Texte, Zukunft zu denken und Zeitgeschichte zu deuten? Diesen Fragen gehen 20 Jahre später die Schriftsteller Sibylle Lewitscharoff, Lutz Seiler, die diesjährige Preisträgerin des Deutschen Buchpreis Kathrin Schmidt sowie der Literaturkritiker Helmut Böttiger unter der Moderation von Julia Schröder (Stuttgarter Zeitung) nach. In West- und Ostdeutschland sozialisiert verarbeiten die vier Gäste aus unterschiedlichen Generationen deutsch-deutsche und mittelosteuropäische Zeitgeschichte in ihren literarischen oder essayistischen Texten.
Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Freiburg und dem SWR Studio Freiburg.
So, 15.11.09 | 11.00 | Schlossbergsaal im SWR Studio Freiburg | Kartäuserstraße 45, 79102 Freiburg | Eintritt: 5,00 Euro |

LITERARISCHES WERKSTATTGESPRÄCH
Im Literarischen Werkstattgespräch können Schreibende unveröffentlichte literarische Texte zur Diskussion stellen. Die Veranstaltung findet monatlich jeweils am letzten Donnerstag statt. Textbewerbungen bitte bis spätestens eine Woche vor dem Gespräch ans Literaturbüro schicken.
| Do 26.11. | 20.00 | Galerie im Alten Wiehrebahnhof, Urachstraße 40, 79102 Freiburg | Eintritt frei |

HörBAR | Oliver Bottini: Mord im Zeichen des Zen
Im Rahmen des Krimiherbstes 09 im Alten Wiehrebahnhof
Es schaudert, gruselt, fröstelt im November, denn die HörBAR steht im Zeichen des Krimiherbstes im Alten Wiehrebahnhof. Präsentiert wird das Kimihörspiel „Mord im Zeichen des Zen“, das 2007 unter der Regie von Ulrich Lampen von „SWR Regionales Hörspiel“ Freiburg nach einer von Katrin Zipse unternommenen Bearbeitung des 2004 erschienenen Kriminalromans Oliver Bottinis produziert wurde. In seinem 2005 mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichneten Debütroman „Mord im Zeichen des Zen“ führt der 1965 in Nürnberg geborene Oliver Bottini die Figur der Freiburger Hauptkommissarin Louise Boni ein, die auch im Mittelpunkt seiner weiteren Veröffentlichungen steht. Louise Boni, 42 Jahre alt, geschieden, kämpft mit ihrem Alkoholproblem und den Nachwirkungen ihrer Vergangenheit, als sie einen merkwürdigen Auftrag erhält: Sie soll einen japanischen Mönch aufgreifen, der östlich von Freiburg im Schneetreiben über die Felder irrt, und herausfinden, was dieser vorhat. Nachdem sie ihn eingeholt hat, wird zweierlei rasch klar: Er scheint verletzt und auf der Flucht zu sein. Eine raffiniert verwobene und wendungsreiche Handlung umkreist im Folgenden das Verstörende der Religion, ihren Hang zur Festsetzung einer fordernden Wahrheit, der andere fordernde Wahrheiten widersprechen.
Die atmosphärisch dichte Hörspielfassung mit Stimmen aus Baden, dem Elsass und der Schweiz wird die Leiterin des Regionalen Hörspiels, Renate Greinacher, vorstellen.
Die HörBAR ist eine Veranstaltungskooperation von Literaturbüro Freiburg, Kommunales Kino und SWR 2 sowie SWR Regionales Hörspiel Freiburg.
| Do 26.11. | 20.00 | Kinosaal im Alten Wiehrebahnhof, Urachstraße 40, 79102 Freiburg | Eintritt 5,00/4,00 € |

U20 Poetry Slam
Im Rahmen der Jugendliteraturtage „Stories“
Keine Lust, gegen Slammer anzutreten, die zehn Jahre älter sind als du? Keine Lust, einem studentischen Publikum aus der schulischen Lebenswelt zu erzählen? Keine Lust, auf einem Slam das Gefühl zu haben, dem Publikum würde eher deine grünen Ohren auffallen, als die Qualität deines Textes? Trotzdem das Gefühl, du hast was in die Welt zu schreien oder was zu erzählen?
Dann melde dich bis zum 27. November 2009 bis 18 Uhr für den U20 Poetry Slam an, den das Literaturbüro Freiburg gemeinsam mit dem Haus der Jugend veranstaltet. Die Anmeldung sollte deinen Namen, dein Alter und deine Anschrift beinhalten und per E-mail an folgende Adresse erfolgen: slam@jump-on.de. Mitmachen können alle unter 20 Jahren. Der Slam beginnt um 19.30 Uhr, die Präsentationszeit für jeden einzelnen Teilnehmer beträgt fünf Minuten.
Den Abend moderiert Maurice Meijer, aka Maurice Moel.
Maurice Meijer, aka Maurice Moel, geboren in Ihringen. Schriftsteller, Slampoet, Dichter, Skulpteur, Fotograph und gelernter Erzieher, lebt zur Zeit in Karlsruhe. 2009 wurde sein erster Gedichtband veröffentlicht. Begonnen zu slammen hat Maurice Moel vor 5 Jahren, seine letzten großen Auftritte hatte er auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse und bei den deutschsprachigen Slam Poetry Meisterschaften in Düsseldorf.
Eine Veranstaltung von Literaturbüro Freiburg und Jugendbildungswerk e.V. in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Freiburg.
Fr 27.11.| 19.30 Uhr | Haus der Jugend | Uhlandstraße 2 | 79102 Freiburg |

Phönix | Krimimatinee mit Philip Le Roy
Im Rahmen des Krimiherbstes 09 im Alten Wiehrebahnhof
Fairbanks in Alaska: In einem Geheimlabor wird ein Forscherteam auf kaltblütige Weise hingerichtet. Ziel der Wissenschaftler war es, tote Zellen wiederzubeleben und so den Tod zu überlisten. Das FBI, beauftragt Nathan Love, einen Meister der asiatischen Kampfkünste und Zen-Anhänger, dem es in meditativen Übungen gelingt, in die Haut sowohl der Opfer als auch der Täter zu schlüpfen. Nach einer Jagd von den Gletschern Alaskas durch die Slums von Manila bis an die Côte d’Azur führt die Spur schließlich in den Vatikan, in dem der Schlüssel zur Erklärung der grauenhaften Ereignisse liegt.
Philip Le Roy wurde 1962 in Toulouse geboren. Nach einem BWL-Studium arbeitete der begeisterte Cineast, Kampfkünstler und Rockbassist u. a. in der Werbung und als Drehbuchautor. Für »Phönix« (französisch: »Le dernier Testament«) wurde er 2005 mit dem Großen Preis der Kriminalliteratur ausgezeichnet. Le Roy, der in Frankreich mittlerweile Starruhm genießt, lebt in Vence. Die Moderation und Lesung ausgewählter deutschsprachiger Textausschnitte übernimmt der mehrfach ausgezeichnete Freiburger Übersetzer Tobias Scheffel, Mitglied im Literatur Forum Südwest.
Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg in deutscher und französischer Sprache, in Zusammenarbeit mit dem Centre Culturel Français Freiburg, dem Kommunalen Kino Freiburg und dem Bureau du Livre Berlin.
| So 29.11. | 11.00 | Galerie im Alten Wiehrebahnhof, Urachstraße 40, 79102 Freiburg | Eintritt 5,00/3,00 € |

PREISVERLEIHUNG | Schreibwettbewerb »respect«
Im Rahmen einer Überraschungsparty im Vorderhaus – Kultur in der Fabrik werden die besten eingereichten Geschichten und ihre Autorinnen und Autoren zum diesjährigen Thema »respect«, dem Schreibwettbewerb für Mädchen und Jungen von 12-16 Jahren, prämiert.
Eine Veranstaltungskooperation von Literaturbüro Freiburg, Vorderhaus-Kultur in der Fabrik, SWR Studio Freiburg und Kulturamt der Stadt Freiburg – Stories Jugendliteraturtage.
| So 29.11. | 19.00 Uhr | Vorderhaus | Kultur in der Fabrik, Habsburger Straße 9, 79104 Freiburg | Eintritt frei | 
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