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Rückblick | April 2008


Donnerstag, 03. April 2008

»HOLZRAUCH ÜBER HESLACH«

Peter-Huchel-Preisträger Ulf Stolterfoht zu Gast in Freiburg



»reste von biographie: da find man dich nie« verkündet Ulf Stolterfoht gleich zu Beginn seines Langgedichts mit dem Titel »holzrauch über heslach« (Sammlung Urs Engeler). »Was der passionierte Sprachspieler und Satz-Dekonstruktivist Stolterfoht über eine besondere schwäbische Population vorlegt, ist weit mehr als eine poetische Liebeserklärung an seine Kindheitslandschaft. Es ist die hinreißende Inszenierung einer ästhetischen Utopie – nämlich des trotzigen Glaubens an eine Poetik des Widerstands, die sich im freien, anti-semantischen Sprechen realisiert«, so Michael Braun in der Badischen Zeitung. Der neuste Lyrikband ist ein quasi autobiographischer Text und zugleich ein Text über andere Texte, unter anderem von Helmut Heißenbüttel, Oskar Pastior, Emily Dickinson und Peter Kurzeck. Durchdrungen von Sprachtheorie hat sich Stolterfoht zudem in viele Fachsprachen eingearbeitet, von Psychiatrie über Geologie bis hin zur Schweinezucht. Nur logisch, dass er seinen ersten Gedichtbänden den Titel fachsprachen gab. Ulf Stolterfoht, geboren 1963 in Stuttgart, wurde unter anderem mit dem Anna Seghers Preis, einem Stipendium in der Villa Massimo sowie jüngst mit dem Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik ausgezeichnet.

Die Moderation übernimmt Cornelia Jentzsch, freie Literaturkritikerin, Berlin; Mitglied der Jury des Peter-Huchel-Preises.

 

| Do 03.04. 20.00 | Galerie im Haus für Film und Literatur, Urachstraße 40, 79102 Freiburg | Eintritt 5,00/3,00 Euro |


Freitag, 18. April 2008

DIE MAFIA ERKLÄRT FÜR TOURISTEN

Film + Buchvorstellung

 

Wer sich entschließt, nach Sizilien zu reisen, den begleitet – vermutlich aus Neugier oder aus Sorge – oft auch die Frage nach der Mafia: Wie funktioniert sie? Wie gefährlich ist sie? Welchen Schaden richtet sie an, gesamtgesellschaftlich und individuell? Das Buch DIE MAFIA ERKLÄRT FÜR TOURISTEN versucht, solche und andere Fragen zu beantworten und klärt den Leser und Reisenden über die harte Realität der Mafia auf. Der Autor Augusto Cavadi bietet seit Jahren Kon-ferenzen und Seminare über das Thema »die Mafia und Antimafia« an. Er arbeitet mit der palermitanischen Zeitung »Repubblica« und mit der messinesischen Wochenzeitung »Centonove« zusammen und ist Mitgründer der ethisch-politischen Schule »G. Falcone«. Francesco Azzarello, geboren 1976 in Palermo, arbeitet als Akademischer Rat am Romanischen Seminar der Universität Freiburg. Er zeichnet sich für die Übersetzung ins Deutsche verantwortlich, stellt das Buch und den Autor vor und führt in den Abend ein.

 

| Fr 18.04., 20:00 | Kinosaal im Haus für Film uns Literatur, Urachstr. 40, 79102 Freiburg |

 

100 SCHRITTE | I CENTO PASSI

| Italien 2000 | DF | 142 Min. |

 

Eine wahre Geschichte. Es beginnt mit einer Entscheidung. Hundert Schritte liegen zwischen dem Elternhaus von »Peppino« Giuseppe Impastato und dem von Gaetano Badalamenti, dem Oberhaupt der lokalen Mafia von Cinisi, einem kleinen Ort bei Palermo. Ginge es nach seinem Vater Luigi, dann hätte Peppino eine wichtige Position in Onkel Tanos Organisation bekleidet; doch Peppino entscheidet sich schon als Kind gegen die Mauer des Schweigens. Der Film erzählt die Geschichte einer Familie, einer Mutter, die viel zu spät das Schweigen bricht, eines Vaters, zerrissen zwischen der Liebe zu seinen Sohn und der Zugehörigkeit zur Mafia.

 

| Regie: Marco Tullio Giordana | mit Luigi Lo Cascio, Luigi Maria Burruano, Lucia Sardo |

| Fr 18.04., 21:00, Einführung: Francesco Azzarello | So 20.04., 21:30 | So 27.04., 17:30 |

 

Eine Veranstaltung von Kommunales Kino Freiburg und Literaturbüro Freiburg, in Zusammmenarbeit mit Centro Culturale Italiano

 


Freitag, 18. April 2008

WERKSTATTGESPRÄCH »JUGEND SCHREIBT«

 

Oberstufenschülerinnen und -schüler treffen sich regelmäßig zu halbtägigen Werkstattgesprächen im Literaturbüro, um eigene Texte zu lesen und darüber zu diskutieren. Die Moderation übernehmen Bernd Jürgen Thiel und Martin Gülich. Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Freiburg, dem Markgräfler Gymnasium Müllheim und dem Regierungspräsidium Freiburg.

 

| Fr 18.04. 15.30-18.00 | Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt frei |


Sonntag, 20. April 2008


Carola Horstmann


Markus Manfred Jung

Lueg, s Moneli | Alemannische Matinée mit Carola Horstmann und Markus Manfred Jung

 

»katzegrabschtai« heißt der 2007 im Drey-Verlag erschiene Erzählband der in Denzlingen wohnhaften Mundartautorin Carola Horstmann. Der Band versammelt 22 Kurzgeschichten und reicht von Kindheitserinnerungen, Alltag und Familienleben bis in die heutige Zeit hinein. »Ihre Genauigkeit der Beschreibung und der reiche dialektale Wortschatz in einer phantasievollen Bildersprache zeigen eine Originalität, wie sie in alemannischer Mundarterzählung äußerst selten zu lesen ist«, so Lektor Markus Manfred Jung, der als alemannischer Lyriker bereits bestens bekannt ist. Er wird die Matinee nicht nur moderieren, sondern zudem seinen neusten Gedichtband »verfranslet diini flügel«, ebenfalls im Drey-Verlag erschienen, sowie den alemannischen Hörzyklus »Ikarus« vorstellen, für den er 2007 den Preis der deutschen Schallplattenkritik erhielt. Die Gedichte seines neuesten Bandes beziehen sich immer wieder auf die symbolisch aufgeladene »Quaag«, die Krähe, auf den »totgeflüglete schwarzchopf«. Beide Autoren sind in Zell im Wiesental geboren, schreiben alemannisch und sind bereits mehrfach ausgezeichnet worden.

 

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg.

 

| So 20.04. 11.00 | Galerie im Haus für Film und Literatur, Urachstraße 40, 79102 Freiburg | Eintritt 5,00/3,00 |

 


Dienstag, 22. April 2008

SPRECHEN ÜBER SPRACHE

Zusammengerollte Wirklichkeit | Felicitas Hoppes »Paradiese, Übersee«



Tragikomisch, skurril und »hoppesk« sind die Texte von Felicitas Hoppe, einer der bedeutendsten Gegenwartsautorinnen. Sie besticht durch Sprachwitz, verrückt unmerklich Personal, Kulissen und Zeitebenen und verhandelt dabei quasi beiläufig die zentralen Ideen der Postmoderne. In ihrem Roman Paradiese, Übersee treibt sie das Verwirrspiel auf die Spitze: Der Text changiert zwischen märchenhaftem, ländlichem Setting und Massentourismus und mittelalterlichen Pilgerfahrten, einem echten Ritter mit Rüstung und Pferd und seiner Kopie für die Reisebusse. »Woher kommen wir, wo sind wir, wohin gehen wir?« fragt der Ritter den Hund. Bei Hoppe ist man sich da nie so ganz sicher. Der Vortrag zeigt auf, wie Textwelt, Träume und Binnenerzählungen schwindelerregend ineinander verschoben sind und Erzählinstanzen miteinander konkurrieren, und es wird deutlich, wie Sprache Wirklichkeit ausbreiten und genauso schnell wieder zusammenrollen kann.

 

Svenja Frank schreibt ihre Magisterarbeit über Felicitas Hoppe. Sie studierte »Europastudien« an der Universität Eichstätt, am University College in London und wechselte 2005 an die Universität Freiburg, ans Deutsche und Englische Seminar. Seit 2006 ist sie freie Mitarbeiterin bei der Badischen Zeitung, wissenschaftliche Hilfskraft und Tutorin für Englische Literaturwissenschaft.

 

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg

 

Di. 22.04. 20.00 | Galerie im Haus für Film und Literatur, Urachstraße 40, 79102 Freiburg | Eintritt 5,00/3,00 Euro |


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