Neue Leichtigkeit
Raphael Urweider
Mit einem "Alphabet der Liebe", das er an 26 Namen imaginärer oder realer Angebeteter durchbuchstabiert, wagt sich der Schweizer Lyriker und Leonce- und Lena-Preisträger Raphael Urweider zu einer poetischen Leichtigkeit vor, die der intellektuellen Sprachkunst früherer Gedichte einen etwas simplen Vitalismus entgegensetzt. Selbst wenn Dantes Kanzonen an Beatrice nachtönen, wirkt es, als hätte er die Standards der Liebespoesie reaktiviert. Zum Glück retten sich die stärkeren Gedichte in eine ironische Aushebelung der Affekte: "ursula welch einem zauber / bin ich jetzt erlegen oder / besser was für einer ist da / in mich gefahren und macht / mich fahrig leicht..." . Urweider kann mehr, als er in diesen "Gedichten von der Liebe und der Liederlichkeit" zeigt.
mchb
Raphael Urweider: Alle deine Namen. Gedichte von der Liebe und der Liederlichkeit. DuMont Buchverlag, Köln 2008. 60 Seiten, 17,90 Euro. Lesung des Autors morgen um 11 Uhr im Alten Wiehrebahnhof Freiburg.

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