
Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Kürzungsvorschläge im Freiburger Kulturbereich hat sich die Initiative "Kultur macht reich" gegründet www.kulturmachtreich.net, auf die wir an dieser Stelle verweisen möchten. Vielen Dank schon jetzt für Ihre Aufmerksamkeit. 
Zum Programm der 6. Baden-Württembergischen Übersetzertage 2007 vom 2. bis 6. Mai 2007 in Freiburg. 
TEXTWERKSTATT
»JUGEND SCHREIBT«
Oberstufenschülerinnen und -schüler treffen sich regelmäßig zu halbtägigen Werkstatttreffen im Literaturbüro, um eigene Texte zu schreiben, zu lesen und darüber zu diskutieren. Die Moderation übernehmen Bernd Jürgen Thiel und Stefanie Stegmann. Anmeldung bitte im Literaturbüro.
Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg mit Unterstützung des Regierungspräsidiums Freiburg und des Markgräfler Gymnasiums Müllheim.
| Fr 20.04., 15.30-18.00 h | Literaturbüro, Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt frei |

LESUNG | ARIANE BREIDENSTEIN UND PAUL BRODOWSKY
»UND NICHTS AN MIR IST FREUNDLICH«
In einem Gespräch mit DIE ZEIT vom 17.08.2006 beklagte der Autor Daniel Kehlmann die »Konsensseligkeit und Wärmestubenhaftigkeit« des deutschsprachigen Literaturbetriebs. Für Ariane Breidenstein, deren literarisches Debüt in diesem Frühjahr im Suhrkamp-Verlag erschienen ist, und Paul Brodowsky gilt das nicht: Bei den beiden jungen Schriftstellern – Ariane Breidenstein wurde 1974, Paul Brodowsky 1980 geboren – ist ein Ton zu entdecken, der schärfer klingt, und eine Literatur, die im Erzählen auch formal experimentiert.
»Und nichts an mir ist freundlich« heißt Breidensteins erstes Buch, deren Ich-Erzählerin mit sprachlichem Furor mit ihrer Kindheit abrechnet, ironiefrei und auf eine fast atemlose Art. Auch Paul Brodowski lotet die Möglichkeiten des Erzählens aus. In seinem Erzählungsband »Blinde Fotografin« werden die Protagonisten immer wieder mit Verrat, Verlust, Schmerz und unbeständigen Gefühlen konfrontiert und in ihrer Widersprüchlichkeit entfaltet.
Eine Veranstaltung der Buchhandlung Schwarz und des Literaturbüros Freiburg
| Mo 23.04. 20.00 | Galerie im Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt 7 Euro/ 5 Euro. |

»NACHTS TEILEN WIR DIE HAUT ZUM SCHLAFEN«
LESUNG MIT LENKA FEHRENBACH, MARIA FLAMM UND MARIE T. MARTIN
»Nachts / teilen wir / die Haut zum schlafen«. So die drei letzten Verse aus Maria Flamms Gedicht »Hüllen«. Das ist eine der Sichtweisen von Beziehungen zwischen Mann und Frau, deren Facettenreichtum die jungen Autorinnen im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Freiburger Geschlechterstudien »Männer und Geschlecht« in Lyrik und Prosa zu Gehör bringen werden. Themen wie Verlust, Trennung, Betrug, Heimatlosigkeit aber auch die ironisch behandelte Problematik des Beziehungsknüpfens via Internet werden aus der Sicht von oder im Blick auf Männer beleuchtet.
Alle drei Autorinnen sind ehemalige Teilnehmerinnen des Projekts »Jugend schreibt« des Literaturbüros Freiburg. Marie T. Martin wurde 1982 in Freiburg geboren und studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig; 2002 erhielt sie den Hattinger Förderpreis, 2006 ein Arbeitsstipendium des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg. Sie veröffentlichte in Zeitschriften und Anthologien und lebt als freie Lektorin und Autorin in Freiburg und Köln. Lenka Fehrenbach wurde 1985 in Freiburg geboren und studiert Slawistik und Geschichte in Tübingen. Die dritte und jüngste Autorin ist Maria Flamm; sie wurde 1986 in Hameln geboren und studiert seit 2006 in Freiburg Theologie und Germanistik.
| Di 24. 04 20.00 | Galerie im Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt 3,00 €. |

HÖRBAR
ROBERT MUSIL – DER MANN OHNE EIGENSCHAFTEN. REMIX
Geldmangel, Krankheit, politische Umstände und Robert Musils Scheitern an seinen eigenen Ansprüchen – es gibt viele Gründe, warum der Roman »Der Mann ohne Eigenschaften«, an dem der Autor fast zwanzig Jahre lang arbeitete, unvollendet blieb. Trotzdem hinterließ Musil ein Werk, das an literarischer Brillanz, an sprachlicher Präzision, Ideenfülle und Identifikationspotential kaum zu überbieten ist. Sein ausufernder Erzählstil mit Exkursen zu Themen wie Logik, Gefühl, Philosophie, Utopie und Sexualität polarisiert noch heute die Kritiker. In der Geschichte des Romans, die sich dadurch kennzeichnet, dass sie eigentlich nicht erzählt wird, sieht sich Ulrich, der "Mann ohne Eigenschaften", mit einer vaterländischen Aktion und dem Fall des Prostituiertenmörders Moosbrugger konfrontiert. Die Handlung um Salon-Intrigen, Liebschaften und Politik erfährt eine Wende, als Ulrich am Grab seines Vaters seine Schwester Agathe wiedersieht und sich in sie verliebt.
Die Remix genannte Hörspielproduktion des Bayrischen Rundfunks respektiert Musils Fragment als ein offenes Projekt und zielt auf eine künstlerische Darstellung des Schreibexperiments ab. So kommen auch Musil-Forscher, Kritiker und Autoren wie Elfriede Jelinek und Alexander Kluge zu Wort, die Fragestellungen, Kommentierungen und Reflexionen in die Gegenwart überführen. Die HörBAR am 26. April bietet im ersten Teil einen Hörspielauszug aus der veröffentlichten Fassung des »Manns ohne Eigenschaften«, im zweiten Teil wird die Autorin Katarina Agathos vom Bayerischen Rundfunk die gesamte Produktion sowie Beispiele aus dem Nachlass vorstellen.
Konzept und Skript: Katarina Agathos | Herbert Kapfer
Regie: Klaus Buhlert, Mitwirkende u.a.: Josef Bierbichler, Nadine Geyersbach, Ulrich Matthes, Sunnyi Melles, Angela Winkler.
Bayrischer Rundfunk 2006, in Zusammenarbeit mit dem Robert Musil-Institut Klagenfurt. Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg, des Kommunalen Kinos und des SWR2.
Do 26.04.07 20.00 | Café und Galerie | Eintritt 5,00/4,00 Euro |

|