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Rückblick: Veranstaltungen im Februar 2007


Donnerstag, den 08. Februar 2007

HÖRBAR

RADIOART: WO BLEIBT DENN DA DIE KUNST? RE-MIX-TECHNIKEN IN LITERATUR UND MUSIK

 

Von Almut Schnerring und Sascha Verlan; SWR2, Erstsendung 24.10.2006; Redaktion Stephan Krass

 

Der DJ wird es schon richten! Sample, Track, Scratch, Pitcher - immer wieder gelangen Begriffe der DJ-Culture ins öffentliche Bewusstsein, also ins bürgerliche Feuilleton. Zuletzt war es der Begriff Remix: The Ring Remixed (Tanztheater), Der Mann ohne Eigenschaften – Remix (Hörbuch), Afrika remix (Kunstausstellung), Deutsche Grammophon Recomposed (E-Musik). Max und Moritz Reloaded (Film). Wenn ein Werk nicht mehr für sich zu wirken scheint, dann wird eben schnell ein Remix gemacht. Immer in der Hoffnung, dass der Remix Lust auf das Original macht. Aber was ist das eigentlich: ein Remix oder ein Re-Mix? Lässt sich diese Technik aus den Produktionsstudios der PopMusik überhaupt auf andere kulturelle Bereiche wie Jazz, E-Musik und die Literatur übertragen? Und was ist dann noch neu an diesen Verfahren, was nicht mit Montage, Arrangement, Pastiche, Cut-up, Collage hinreichend beschrieben wäre? Eine Spurensuche in Musikstudios, Softwareschmieden, an Schreibtischen von Schriftstellern, Literaturwissenschaftlern, Komponisten und (Pop-)Journalisten. Ein Feature auf der Suche nach dem Remix als neue Kulturtechnik.

 

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg, des Kommunalen Kinos und des SWR2.

 

Do 08.02.07 20.00 | Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt 5/4 |

 

 


Freitag, den 09. Februar 2006

TEXTWERKSTATT

»JUGEND SCHREIBT«

 

Oberstufenschülerinnen und -schüler treffen sich regelmäßig zu halbtägigen Werkstatttreffen im Literaturbüro, um eigene Texte zu schreiben, zu lesen und darüber zu diskutieren. Die Moderation übernehmen Bernd Jürgen Thiel und Stefanie Stegmann. Anmeldung bitte im Literaturbüro.

 

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg mit Unterstützung des Regierungspräsidiums Freiburg und des Markgräfler Gymnasiums Müllheim.

 

| Fr 01.02., 15.30-18.00 h | Literaturbüro, Urachstr.40, 79102 Freiburg | Eintritt frei |

 


Freitag, den 9. Februar 2007

»ORANGE REVOLUTION«

Die Ukraine im dritten Jahr danach – eine Spurensuche

 

mit: Gernot Erler (Freiburg/Berlin), MdB, Staatsminister im Auswärtigen Amt, Vorsitzender der West-Ost-Gesellschaft Südbaden e.V. (Einführung und Moderation).

 

Juri Durkot (Lviv), Journalist, Publizist, TV-Produzent (u.a. für SWR und andere ARD-Anstalten), arbeitet auch als literarischer Übersetzer, u.a. Bücher von Ljubko Deresch, Mykola Rjabtschuk und Serhij Zhadan (»Depeche Mode«, erscheint Ende Februar 2007), alle bei Suhrkamp-Verlag. Während der Orangenen Revolution auch Korrespondent der Badischen Zeitung.

 

Walter Mossmann (Freiburg), Autor, Journalist, Dokumentarist (u.a. »Lemberg, geöffnete Stadt«, Arte 1994, zuletzt »Tschernobyl, der große Irrtum«, Freiburg 2006). Seit 1992 engagiert im Kulturaustausch Deutschland/Frankreich – Ukraine/Polen.

 

Vor zwei Jahren bestaunte die westliche Welt ein unerwartetes Ost-Phänomen, als nämlich im größten europäischen Flächenstaat ein hinreißendes Civil Rights Movement die postsowjetischen Verhältnisse zum Tanzen brachte. Diese Bewegung firmierte unter dem Namen »Orangene Revolution«, und ihre wichtigsten Ziele waren die klassisch demokratischen: Freie Wahlen, Gewaltenteilung, Pressefreiheit. Sechzehn Tage lang inszenierte sich die Orangene Revolution in Kiew geradezu als Orgie von Öffentlichkeit (beispielsweise mit Live-Übertragungen aus den Verhandlungen vor dem Obersten Gerichtshof!). Und der Westen sah fasziniert zu. Sah zu aus unzähligen Kamera-Augen. Es war nicht ganz klar, ob bloß voyeuristisch oder aus wohlverstandenem eigenen Interesse. Jedenfalls mangelte es auf der Bühne in Kiew nicht an Grußadressen und glühenden Sympathiebekundungen aus den Ländern der Europäischen Union.

 

Die Erregung des internationalen TV-Publikums hat sich mittlerweile gelegt. Aber unverändert aktuell bleibt unser politisches Interesse an einer Kernfrage des Demokratie-Prozesses in der Ukraine: Gibt es analog zum ökonomischen Wachstum auch ein Wachstum jener Kultur, die wir als »demokratische Öffentlichkeit« bezeichnen? Oder war alles nur ein folgenloses Medienereignis gewesen?

 

Ort: Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40, 79102 Freiburg

Zeit: Freitag, 9. Februar 2007, 19.30 Uhr

 

Eine Veranstaltung der West-Ost-Gesellschaft Südbaden e.V. und des Literaturbüros Freiburg.

 

 


Dienstag, den 13. Februar 2007

SPRECHEN ÜBER SPRACHE

SAMUEL BECKETTS "GERMAN DIARIES" (HAMBURG-KAPITEL)

 

Samuel Beckett war gerade mal 30 Jahre, als er seine Deutschlandreise im Oktober 1936 antrat. Sein Tagebuch – nur das Hamburg-Kapitel durfte bisher als Künstlerbuch in limitierter Auflage veröffentlicht werden – ist ein subjektives und zugleich ethnografisch-dichtes Kaleidoskop der kulturellen und politischen Situation der 1930er Jahre in Deutschland. Toilettensprüche wie Grabinschriften waren ihm wichtig. Ein Tagebuch mit Notizen und Reflexionen, von denen sich einige in den literarischen Texten des späteren Nobelpreisträgers wieder finden.

 

Die Autorin und Buchkünstlerin Roswitha Quadflieg, seit kurzem auch Freiburgerin, hat sich auf Spurensuche begeben: in ihrem Band „Beckett was here, Hamburg im Tagebuch Samuel Becketts von 1936“ (Hoffmann und Campe 2006) präsentiert sie Originalzitate und Passagen aus dem Hamburg-Kapitel von Becketts Reise, ergänzt durch eigene Recherchen und erstmals veröffentlichte Fotos. Auf Einladung des Literaturbüros spricht Marek Kedzierski, Regisseur, Autor, Übersetzer und Beckett-Experte - zu Hause in Krakau, Paris und Freiburg -, der den Schriftsteller noch persönlich kannte, mit Roswitha Quadflieg über ihre Arbeit. Das Gespräch wird ergänzt durch Aufnahmen aus der „Beckett was here“ Inszenierung des Thalia Theaters Hamburg, erschienen als CD bei Hoffmann und Campe 2006, sowie durch Auszüge aus dem oben genannten Band.

 

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts Freiburg.

 

Di 13.02. | 20 Uhr | Galerie im Haus für Film und Literatur | Eintritt: 5/3 Euro

 


Samstag, den 17. Februar 2007

»CITY OF TINY LIGHTS« | BRITISCH-MUSLIMISCHE IDENTITÄTEN

LESUNG im Rahmen des Symposiums »Multi-Ethnic-Britain 2000+«

 

Aspekte britisch-muslimischer Identitäten in Fotografie, Film und Literatur stehen im Februar im Mittelpunkt im Haus für Film und Literatur: Am 17.2. öffnet die Ausstellung »Common Ground« in der Galerie sowie in der Universitätsbibliothek ihre Tore. Vom 16.2. - 18.2. findet hier im Haus für Film und Literatur zudem ein Symposium »Multi-Ethnic-Britain 2000+« statt, veranstaltet vom Lehrstuhl für neuere englische Literatur der Universität Freiburg. Bestandteil des Symposiums, das vom Kommunalen Kino filmisch begleitet wird, sind auch zwei englischsprachige Autorenlesungen in Kooperation mit dem Literaturbüro Freiburg. Es lesen die zwei Autoren Patrick Neate und Rajeev Balasubramanyam.

 

Patrick Neate wurde in Südlondon geboren und hat sich in kurzer Zeit zu einem anerkannten Romanautor entwickelt. Für seinen Debütroman Musungu Jim and the Great Chief Tuloko (2000) gewann er den Betty Trask Award, für das Jazzepos Twelve Bar Blues (2001) den Whitbread Novel Award. Edo Reents feiert den Roman in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als einen mit allen Wassern gewaschenen Jazzroman – auch bezogen auf die theoretische Auseinandersetzung des Autors mit dem Thema Ethnizität und Identität.

Es folgten die London-Romane The London Pigeon Wars (2003) und City of Tiny Lights (2005). Seine dokumentarische Analyse der Hip-Hop-Kultur Where You’re At: Notes from the Frontline of a Hip-Hop Planet (2003) wurde mit dem US-amerikanischen National Book Critics' Circle Award (2004) ausgezeichnet. Neate wird aus einer Auswahl seiner Werke lesen, vor allem aus City of Tiny Lights und Twelve Bar Blues.

 

Rajeev Balasubramanyam wurde 1974 in Lancashire geboren, studierte in Oxford und Cambridge Politik, Philosophie und Wirtschaft. Neben politischen und wissenschaftlichen Arbeiten schreibt er erfolgreich Kurzgeschichten. Sein Debütroman In Beautiful Disguises (2000), eine ironische Auseinandersetzung mit Indien(bildern), gewann den Betty Task Award. Balasubramanyam wird vorwiegend aus seinem 2008 erscheinenden Roman The Dreamer lesen, der auf der gleichnamigen, preisgekrönten Kurzgeschichte (Ian St. James Short Story Award, 2001) aufbaut.

 

Sa 17.02.07 20.00 | Galerie, Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt frei

 


Sonntag, den 25. Februar 2007

MATINEE

»Eine zu 85% wahre Geschichte«| Chuck Klosterman

Es liest die Übersetzerin Adelheid Zöfel

 

In seiner »zu 85% wahre(n) Geschichte« begibt sich Chuck Klostermann auf eine Reise quer durch Amerika. Den Motor der Reise beschreibt der Autor dabei wie folgt: »Ich möchte herausfinden, warum Flugzeugabstürze und Drogenüberdosen und Schrotflintenselbstmorde aus langhaarigen Gitarrenspielern messianische Propheten machen« - hier deutet sich schon an, die zu 85% wahre Geschichte ist vor allem eines: ein Buch über Liebe, Drogen, Musik und Tod. »Klostermann schert sich bis heute nicht darum, was cool ist; er staunt über die Lügen und Übereinkünfte der Szene; über Koks-Typen, die ihre Freizeit damit verbringen, auf den Toiletten von semischwulen Tanzclubs Linien zu ziehen, und stets drauf versessen sind, besseres Kokain und luxuriöse Toiletten aufzutreiben« schreibt Der Spiegel über den Roman. Chuck Klostermann, 34, ist Musikjournalist und Autor und lebt zurzeit in New York. Er schreibt u.a. für das »New York Times Magazine«, die »Washington Post« und die »Spin«. Zu seinen Veröffentlichungen zählen »Fargo Rock City« und »Sex, Drugs, and Cocoa Puffs«. Für die Übertragung aus dem Amerikanischen ins Deutsche zeichnet sich Adelheid Zöfel verantwortlich. Sie ist Mitglied im Literatur Forum Südwest und lebt nach vielen Jahren in San Francisco und in London als Übersetzerin in Freiburg.

 

| So 25.02.2007, 11.00 | Galerie im Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt 5/3 Euro |

 


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