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Rückblick: Veranstaltungen im Januar 2007


Freitag, 19. Januar 2007

HÖRBAR | ZUM 100. GEBURTSTAG VON GÜNTER EICH

 

»Zeit und Kartoffeln« (Vorpremiere, Neubearbeitung SWR 2007; Regie: Ulrich Lampen), Erstsendung 02.02.07

Bizarr ist es, Günter Eichs letztes Hörspiel – und gerade deswegen zieht es die Hörerinnen und Hörer in die »ver-rückte« Weltwahrnehmung der Bauerntochter Ottilie hinein: Ottilie studiert, aber die Erträge des elterlichen Hofes reichen kaum aus, ihr Studium zu finanzieren. Der Pächter des elterlichen Hofes bringt Ottilie auf Wunsch der Mutter Kartoffeln. Er heißt Eberhard Dieter Seume und ist nicht zu verwechseln mit Johann Cottfried Seume, mit dem sie sich wiederum des Nachts unterhält. Die korpulente Ottilie hat jedoch eine Abneigung gegen Kartoffeln, weil sie »schwer« machen und erdrücken. Ottilie beschäftigt sich lieber mit der Zeit, hat allerdings Mühe, zu begreifen, dass man sich als Individuum genauso durch die Zeit bewegt wie jede andere Sache, z.B. ein schwerer Kartoffelsack…

 

»Träume«, Originalhörspiel, Fassung SWF 1955 mit Gert Westphal

Die Ursendung von Günter Eichs Hörspiel »Träume« am 19. April 1951 begann um 20.50 Uhr, etwas später als gewöhnlich, »weil man die Kinder schon in den Betten wissen« wollte, denn es sollte eine »mörderische Angelegenheit« werden, so das Magazin DER SPIEGEL. Und das wurde es auch: Nach der Sendung erhielt der Nordwestdeutsche Rundfunk in Hamburg wütende Beschwerden über Günter Eich: »Kann man den Mann nicht einsperren?«

In den Träumen geht es um fünf Szenen, um fünf Alpträume. Die Szenen verteilen sich auf fünf Kontinente, auf denen fünf harmlose Menschen von Alpträumen ereilt werden. 15 Jahre lang blieben die »Träume« in Hamburg unwiederholt. Neuproduktionen indessen folgten sofort: zunächst 1951 der HR in Frankfurt. 1954 folgte der SWF Baden-Baden, erstmals mit den berühmt gewordenen Schlusszeilen »Seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt«.

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg, des Kommunalen Kinos und des SWR2.

Fr 19.01.07 20.00 | Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt 5/4 |

 

 


Sonntag, 21. Januar 2007

GEDENKFEIER ZUM TODE VON KYRA STROMBERG

 

»Es bleibt dabei, dass das Schreiben mir das Wichtigste ist«, betonte die vielfach ausgezeichnete Publizistin und Übersetzerin Kyra Stromberg 2004 im Gespräch mit Sabine Küchler vom Deutschlandfunk. Kyra Stromberg, geb. 1916 in Moskau, ist Ende November 2006 in Bad Krozingen im Alter von 90 Jahren gestorben.

 

Sie hat im Laufe ihrer Karriere mehr als 40 Bücher ins Deutsche übertragen, darunter Werke von so bedeutenden Autoren wie John Berger und Virgina Woolf. Mit ihrer großen Djuna Barnes Biografie hat sie zudem entscheidend zur Rezeption dieser Autorin in Deutschland beigetragen. 2002 überreichte der damalige Oberbürgermeister Rolf Böhme Kyra Stromberg den Reinhold-Schneider-Preis, die höchste Auszeichnung der Stadt Freiburg.

 

Am 29.01.06 feierte Kyra Stromberg, langjähriges Mitglied des Literatur Forums Südwest, im Haus für Film und Literatur ihren 90. Geburtstag – am 21.01.07 findet ihr zu Ehren am selben Ort eine literarisch-musikalische Gedenkfeier statt.

 

| So, 21.01. 11.00 | Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40, 79102 Freiburg

 


Dienstag, 23. Januar 2007

SPRECHEN ÜBER SPRACHE

"Im Kinde schwirren die Ahnen" –

Von der Selbstfortpflanzungsfreudigkeit des Gedichts

 

Gedichte werden nie fertig. Der Dichter mag zufrieden seufzen „Geschafft!“ und das Geschaffene im exklusiven Mäppchen „Vollendetes“ deponieren – immer wird ein Anderer kommen, der das vermeintlich Abgeschlossene aufgreift, es in Frage stellt, daran herumbastelt, es parodiert, umschreibt, überschreibt.

 

Goethe gibt, in knappster Form, den ultimativen Ratschlag für die Poeten: „Bilde, Künstler! Rede nicht! / Nur ein Hauch sei dein Gedicht.“ – und 200 Jahre später kontert Robert Gernhardt frech: „Bitte, Künstler, bilde nicht / und verzicht auf dein Gedicht. / Wort ist Wind, und gar kein Hauch / tut es in der Regel auch.“ Hölderlin dichtet „Hälfte des Lebens“, lässt sich im Stimmungstief „im Winde / Klirren die Fahnen“ einfallen – und dreht sich erheitert im Grabe um, weil Urs Allemann daraus einen „Selftee nes Bebens“ braut und das Umschreibgeschäft auf den Vers bringt: „Im Kinde schwirren die Ahnen.“

 

Wie aus Gedichten neue Gedichte werden, zeigt der Schweizer Lyriker und Poesie-Performer Urs Allemann an zahlreichen Beispielen aus allen Epochen der deutschen Literatur – und natürlich vor allem auch aus der eigenen Werkstatt.

 

 

| Dienstag 23.1.2007 | 20 Uhr | Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt: 5/3 €

 

 


Donnerstag, 25. Januar 2007

OFFENE LESUNG

WERKSTATTGESPRÄCH ÜBER UNVERÖFFENTLICHTE TEXTE

 

Die Offene Lesung ist eine Veranstaltung, bei der Schreibende unveröffentlichte literarische Texte präsentieren und zur Diskussion stellen können. Textanmeldung im Literaturbüro.

 

| Do 25.01.07 | 20.00 | Galerie, Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt frei |

 


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