
SPRECHEN ÜBER SPRACHE
Figaros Flehn und Flattern |
Opernlibretti und ihre Übersetzungsgeschichte(n)
»Figaro« würde sicher um Gnade flehen ob der unzähligen Übersetzungsversuche einer der wichtigsten Opernlibretti ins Deutsche. Ragni Maria Gschwend führt uns äußerst unterhaltsam durchs Dickicht der 200-jährigen »Figaro-Rezeption« am Beispiel der Arie Nr. 9 »Non più andrai« aus der Oper »Le nozze di Figaro« (»Figaros Hochzeit«) von Mozart bzw. dem Textdichter Lorenzo da Ponte. Die jüngst mit dem Leipziger Buchpreis ausgezeichnete Übersetzerin aus dem Italienischen arbeitet dabei nicht nur den Drahtseilakt zwischen inhaltlicher Treue, sprachlicher Poesie und musikalischen Gebundenheiten im Opernübersetzen heraus. Sie zeigt mit kulturhistorischem Blick, wie zeitgebunden die einzelnen Übersetzungen jeweils sind; ein Blick in die Vielfalt der Fassungen lässt bisweilen nur noch schwer erkennen, dass es immer um ein und denselben Originaltext geht. Der Vortrag wird ergänzt durch Rezitationen von Heinrich Bock; auch die Musik selbst kommt »zu Wort«, einige Variationen der Arie werden zu hören sein.
| Di 10.10., 20.00 | Galerie im Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40 | Eintritt 5/3 Euro |

Text- und Schreibwerkstatt für Jugendliche
»ICH VERSTEHE DIE WELT NICHT MEHR!«
(Friedrich Hebbel - Maria Magdalena)
Manchmal haben wir das Gefühl, gegen eine Wand zu rennen – wir verstehen die Welt nicht mehr. Nichts scheint mehr an seinem gewohnten Platz, in seiner gewohnten Ordnung zu sein. Manchmal verändern sich Dinge auch unmerklich, scheinen verdreht; Menschen reagieren uns unverständlich. Manchmal haben wir das Gefühl, aus unserem Alltag zu fallen – der Blick verschiebt sich und wir sehen alles ganz anders, ganz neu, ganz ungewohnt. Wir wollen uns in der Text- und Schreibwerkstatt mit Texten beschäftigen, die sprachlich oder inhaltlich ihre gewohnten Plätze verlassen; mit Texten, in denen überraschende Veränderungen der Welt oder der Sichtweise auftreten. Dabei kann sich auch die Sprache auf überraschende Weise ändern. Im Rahmen dieser kreativen Schreibwerkstatt sollen aber auch neue Texte zum Thema geschrieben werden. Deshalb können auch Schülerinnen und Schüler teilnehmen, die vorher keine Texte eingesandt haben. Bernd-Jürgen Thiel (Lehrer am Markgräfler Gymnasium Müllheim) und Stefanie Stegmann (Leiterin des Literaturbüros Freiburg) moderieren die Werkstatt.
Schriftliche Anmeldung (Name, Adresse, Schule und Jahrgangsstufe) mit eigenem Text (max. 5 Seiten) an das Literaturbüro Freiburg, Alter Wiehrebahnhof, Urachstr. 40, 79102 Freiburg.
Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Markgräfler Gymnasium Müllheim, dem Regierungspräsidium, Abteilung 7 - Bildung und Schule sowie dem Kulturamt der Stadt Freiburg.
| Fr 13.10., 9:00 Uhr - 12:30 Uhr und 14:00 Uhr – 16:00 Uhr 20.00 | Literaturbüro Freiburg, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt frei |

MATINEE
»LOST / FOUND« | STEFFEN KOPETZKY
Sieben Erzählungen, sieben Episoden vom Finden und Verlieren – short cuts, die in sich abgeschlossen sind und dennoch in Verbindung stehen; einzelne Geschichten, locker miteinander verknüpft, ergeben zusammen eine Momentaufnahme des Lebens. Sie handeln vom plötzlichen Verlust oder einer unvorhersehbaren Entdeckung, ohne dass der Verlust dabei unweigerlich Betrübnis auslösen oder der Fund das reine Glück bedeuten müsse. In der letzten Episode dann werden die vorangegangenen Schicksale wie ein Reißverschluss ineinandergefügt.
Steffen Kopetzky wurde 1971 in Pfaffenhofen (Oberbayern) geboren, studierte Philosophie und Romanistik in München, Berlin und Paris. Er gilt als einer der sprachgewaltigsten Autoren der jüngeren Generation und wurde u. a. mit dem Kurt-Magnus-Preis des ARD und dem Else-Lasker-Schüler-Preis für Dramatik ausgezeichnet. »Lost/found« erschien im Herbst 2005 im btb Verlag.
Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg in Zusammenarbeit mit der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe.
| So 22.10., 11.00 | Galerie im Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt 5/3 Euro |

HörBAR
AKUSTISCHE SPIELFORMEN
MIT DEM KARL-SCZUKA-PREIS 2006 PRÄMIERTE KLANGKOMPOSITION
Die HörBAR im Oktober steht im Zeichen der Verleihung des Karl-Sczuka-Preises 2006. Zwei Tage nach der Preisverleihung bei den Donaueschinger Musiktagen präsentiert der Preisträger Asmus Tietchens sein Werk am 23. Oktober in Freiburg im Rahmen der HörBAR im Alten Wiehrebahnhof. Der 1947 in Hamburg geborene Klangkomponist und frühere Werbetexter wird seine Klangkomposition »Trois Dryades« aufführen. Seit Mitte der 60er Jahre experimentiert Tietchens mit Tonbandgeräten, elektronischen Klangerzeugern und konkretem Klangmaterial. Warum die Wahl, nachdem Tietchens bereits 2003 mit dem Karl-Sczuka-Preis ausgezeichnet wurde, erneut auf ihn gefallen ist, begründet die Jury wie folgt: »Asmus Tietchens gelingt in seinem Radiostück »Trois Dryades« eine ungewöhnliche Verschränkung von Ruhe und Spannung. Aus ganz unscheinbarem Material - den mikroskopisch abgehörten Binnengeräuschen, die beim Spalten eines Baumstamms entstanden - entwickelt er eine suggestive Komposition in drei Sätzen. Das Zusammenspiel von vibrierenden Klangflächen und scharfkantigen Klangimpulsen, das Changieren zwischen Konkret und Abstrakt, der Wechsel von kontemplativer Weite und physischer Bedrängung - ein Hörerlebnis von besonderem Reiz und Anspruch.«
Nach der Vorführung haben die Besucher die Möglichkeit mit dem Preisträger und Hans Burkhard Schlichting (Chefdramaturg der SWR-Hörspielredaktion) über das Gehörte zu diskutieren.
Die HörBAR im Haus für Film und Literatur ist eine Veranstaltung des SWR2, des Kommunalen Kinos und des Literaturbüros Freiburg.
| Mo 23.10., 20 h | Kinosaal im Haus für Film und Literatur, Urachstraße 40, 79102 Freiburg | Eintritt 5/4 Euro |

PREISVERLEIHUNG Schreibwettbewerb
»WAS IST LOS IN TABUK?«
Im Rahmen einer Überraschungsparty werden die besten eingereichten Geschichten und ihre Autorinnen und Autoren zum diesjährigen Thema »Was ist los in Tabuk?« prämiert. Die Rezitationsgruppe »Laut & Lyrik« wird die Preisverleihung mit Rezitationen und szenischen Interpretationen begleiten. Eine Veranstaltungskooperation der Vorderhaus-Kultur in der Fabrik, des SWR Studio Freiburg, des Kulturamts der Stadt Freiburg und des Literaturbüros Freiburg. Die Preisverleihung ist ein Modul im Rahmen von »Stories« – Jugendliteraturtage Freiburg.
| Do 26.10., 18.30 | Vorderhaus, Kultur in der Fabrik, Habsburgerstraße 9 | Eintritt frei |

OFFENE LESUNG
WERKSTATTGESPRÄCH ÜBER UNVERÖFFENTLICHTE TEXTE
Die Offene Lesung ist eine Veranstaltung, bei der Schreibende unveröffentlichte literarische Texte präsentieren und zur Diskussion stellen können. Textanmeldung im Literaturbüro.
| Do 26.10., 20.00 | Galerie im Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40 | Eintritt frei |

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