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Rückblick: Veranstaltungen im Juni & Juli 2006


13. JUNI

LESUNG & VORTRAG

»Sprechen über Sprache« | Spuren des Mündlichen

 

Bei dem Lautpoetiker, Autor und Performer Michael Lentz ist es geradezu programmatisch, die Kraft der gesprochenen Sprache auch in der Schrift wirken zu lassen. Er bewegt phonetisches und semantisches Wortmaterial, schichtet es hin und her, lässt es heulen und klappern – und führt uns so die Kraft von Sprechakten vor Augen und Ohren.

 

Prof. Dr. Helga Kotthoff, Professorin am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Pädagogischen Hochschule Freiburg beschäftigt sich als Linguistin mit dem alltäglichen Erzählen in seiner mündlichen Flüchtigkeit. Wenn wir es jedoch auf einen Tonträger bannen und genauer hinhören, sind wir oft verblüfft über den gekonnten Einsatz vieler Strategien, die eine unauffällige Geschichte zu einem kleinen Kunstwerk machen. Diesen Strategien spürt Frau Kotthoff in Texten von Michael Lentz und Alona Kimhi nach. Die israelische Autorin Kimhi lässt in ihrem Roman »Die weinende Susannah« ihre neurotische Heldin mit einer beeindruckenden Ich-Erzählung aus ihrem Mauseloch kriechen. Sie konstituiert die Figur insbesondere durch den Stil, in dem sie erzählt – nicht nur der große russische Literatursemiotiker Michail Bachtin hätte seine Freude daran gehabt!

 

| Di 13.06. 20.00 | Galerie im Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40 | Eintritt 5/3 Euro |

 


14. JUNI

Lesung Singsand



Ein analytischer Blick auf die Widersprüche im Nahen Osten – ein literarisches Panorama menschlicher Verhaltensweisen, in denen das Eigene sich im Fremden spiegelt und erkennt.

 

Marie und Rupert, die Protagonisten in Sabine Peters neuem Buch »Singsand« machen sich auf den Weg nach Israel. Am Center für German Studies in Beer Sheva, wo Marie Vorträge hält, trifft sie Amal, die israelische Palästinenserin; sie schließt Bekanntschaft mit Beduinen und mit einem Taxifahrer, der sie in die Westbank bringt, und sie erlebt am eigenen Leib, was halblegale Grenzübertritte bedeuten. Aus den vielen Begegnungen kristallisiert sich eine Frage: Ist es möglich, die Welt jenseits aller Vorurteile neu zu buchstabieren?

 

Sabine Peters erhielt zahlreiche Preise und Aufenthaltsstipendien u.a. am Literarischen Colloquium Berlin, in den USA und in Israel. Sie bekam den Förderpreis des Landes Niedersachsen, den Clemens-Brentano-Literaturpreis der Stadt Heidelberg und jüngst den Evangelischen Buchpreis. Aus ihrem letzten Roman »Abschied« las sie im Rahmen des 18. Freiburger Literaturgesprächs 2004.

 

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg, dem Theater Freiburg und dem E-WERK aus der Reihe „Fremdsein im Fokus“

 

| Mi 14.06. 20.00 | Galerie im Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40 | 5/3 Euro

 

 


15. JUNI

HÖRBARSPEZIAL

Surrounded in tears

 

Mitte Juni wird in Kooperation mit dem Kunstverein Freiburg ein »HörBAR- Spezial« veranstaltet. Zur Ausstellung »Surrounded in Tears« des kolumbianischen Künstlers Oswaldo Macia im Kunstverein wird im Foyer des Alten Wiehrebahnhofs eine Hörkabine aufgestellt, in der eine Auskoppelung der Klanginstallation abgespielt wird. Der Künstler hat weltweit einhundert Geräusche des Weinens aufgezeichnet und daraus eine »Symphonie der Tränen« komponiert. Auf diese Weise schafft er analog zur Musik einen Klangteppich der universalen Sprache des Weinens, die jenseits aller Unterschiede von allen Menschen verstanden wird. Die eigentliche HörBAR-Spezial findet dann im Kunstverein statt – in Anwesenheit des Künstlers, der in sein Werk einführen und über Positionen des Hörens in der bildenden Kunst informieren wird.

 

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg, des Kommunalen Kinos in Freiburg und des Kunstvereins Freiburg.

 

| Do 15.06 20.00 | Kunstverein, Dreisamstr. 21 | Eintritt: 5/4 Euro |

 

 


29. Juni

OFFENE LESUNG

Werkstattgespräch über unveröffentlichte Texte

 

Die Offene Lesung ist eine Veranstaltung, bei der Schreibende unveröffentlichte literarische Texte präsentieren und zur Diskussion stellen können. Textanmeldung im Literaturbüro.

 

| Do 29.06. 20.00 | Galerie im Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40 | Eintritt frei |

 

 


30. Juni

TEXTWERKSTATT

"Jugend schreibt"

 

Schüler und Schülerinnen ab Klasse 10 treffen sich regelmäßig zu halbtägigen Werkstatttreffen im Literaturbüro, um eigene Texte zu lesen und darüber zu diskutieren. Zudem werden mit Hilfe kleiner Schreibanlässe auch neue Texte geschrieben. Anmeldung bitte im Literaturbüro.

 

Eine Veranstaltung des Literatur Forums Südwest in Zusammenarbeit mit dem Markgräfler Gymnasium Müllheim und dem Regierungspräsidium Freiburg.

 

| Fr 30.06, 15.30-18.00 h | Literaturbüro, Urachstr. 40 | Eintritt frei |

 

 


12. Juli

LESUNG

Literatur im Pavillon

 

Das Literaturbüro Freiburg und das Literaturforum des Studentenwerks Freiburg veranstalten erstmals zusammen eine »Sommerabend-Autorenlesung« im Pavillon der Mensa Rempartstraße. Der in Freiburg lebende Autor Kai Weyand liest aus seinen Erzählungen »Am Dienstag stürzen die Neubauten ein« (Wallstein Verlag 2005), die Autorin Eva Christina Zeller (Tübingen) liest noch unveröffentlichte Gedichte aus ihrem zukünftigen Band »Liebe und andere Reisen« und der ebenfalls in Freiburg lebende Autor Martin Gülich liest aus seinem letzten Roman »Die Umarmung« (Schöffling Verlag 2005). Ein moderiertes Gespräch mit den AutorInnen im Anschluss an die Lesung rundet den Literaturabend ab.

 

Die Veranstaltung wird unterstützt vom Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg e.V.

 

| Mi 12.07. 20.30 | Mensa, Rempartstraße 18, 79098 Freiburg, Eingang über den MensaGarten | Eintritt: 5/3 Euro |

 


13. Juli

HÖRBAR

Open Air: Hear India Remix

 

Seit 1973 bereist der Berliner Autor und Weltmusikspezialist Peter Pannke mit Mikrofon und Tonbandgerät den "Klangkontinent" Indien. Er dokumentiert "Musik, die Geräusche der Natur, der Elemente, der Jahreszeiten, aber auch der Maschinen; die Laute der Tiere; ländliche und städtische Klanglandschaften; die Stimmen der Menschen. Der Remix beruht auf Originalmaterialien, die die gesamte Klanglandschaft Indiens von den ersten Schallaufnahmen vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis hin zur Gegenwart umfassen, ergänzt durch eigene Aufnahmen aus dem letzten Jahrzehnt: Ein klingender Querschnitt durch die 100-jährige Hörgeschichte Indiens von der ersten Schellackplatte von 1903 bis hin zu neuesten Aufnahmen aus dem Jahr 2003!“ (Peter Pannke).

 

Diese Komposition wird in der HörBAR sowohl als Stereoversion für ein Hören außerhalb der Räume des Alten Wiehrebahnhofs, als auch im Kino als 5.1-Surroundproduktion vorgestellt.

 

Präsentation: Andreas Hagelüken

 

Veranstalter: SWR2, Kommunales Kino, Literaturbüro Freiburg mit freundlicher Unterstützung des Experimentalstudios für akustische Kunst Freiburg.

 

| Do 13.07. 20.00 | Kommunales Kino, Urachstr. 40 | Eintritt: 5/4 Euro |

 


18. Juli

SPRECHEN ÜBER SPRACHE

Die Tragödie | zur Karriere eines Begriffs

 

LESUNG UND VORTRAG

SPRECHEN ÜBER SPRACHE | DIE TRAGÖDIE :: ZUR KARRIERE EINES BEGRIFFS

 

Das 20. Jahrhundert war gerade aus deutscher Sicht ein Jahrhundert der Tragödien. Vor allem durch die zwei Weltkriege erfuhr der Begriff der Tragödie »Hochkonjunktur«, wenn auch nicht auf dem Theater, so doch in der Geschichtsdeutung. Heute ist der Begriff der Tragödie weitgehend den Katastrophenmeldungen der Presse wie Terroranschlägen und Familienstreitigkeiten vorbehalten, und seine Verwendung zur Kennzeichnung eines gewissen Dramentypus hauptsächlich auf die Literaturwissenschaft beschränkt.



Dabei hat das Wort "Tragödie" eine lange und wechselhafte Geschichte hinter sich, die bis in das 6. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht. Ausgehend von seinem geheimnisvollen Ursprung in der Antike - "Tragödie" bedeutet wörtlich übersetzt »Bocksgesang« - wird Michael Mühlenhort die Entwicklung dieses schillernden Wortes nachzeichnen. Er wird zeigen, wie das Wort im Mittelalter weiterexistierte, obwohl das Wissen um den theatralischen Zusammenhang verloren ging, dieser mit der Wiederentdeckung der antiken Tragödie in der Renaissance wieder lebendig und das Wort auch in den Nationalsprachen adaptiert wurde, um im Deutschen schließlich zur Bezeichnung des größten deutschen Dramas zu werden - Goethes Faust.

Michael Mühlenhort ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts »Klassikerwortschatz« am Deutschen Seminar der Universität Freiburg.

 

| Di 18.07. 20.00 | Galerie im Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40 | Eintritt: 5/3 Euro |


27. Juli

OFFENE LESUNG

Werkstattgespräch über unveröffentlichte Texte

 

Die Offene Lesung ist eine Veranstaltung, bei der Schreibende unveröffentlichte literarische Texte präsentieren und zur Diskussion stellen können. Textanmeldung im Literaturbüro.

 

| Do 27.07. 20.00 | Galerie im Haus für Film und Literatur, Urachstr. 40 | Eintritt frei |

 

 

 


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